…in meiner Wärmflasche schlafen Sterne

Hallo :D

Wer bin ich?

with 13 comments

Das kann ich nicht sagen. Dieses Blog dient mir hauptsächlich dazu meine Gedanken loszuwerden. Manchmal hilft es etwas in die Welt hinaus zu schreien. Manchmal hilft aber auch schweigen.

Es liegt mir fern mein gesamtes Leben zu dokumentieren. So sind es letztlich bloß Frequenzen die hier zu lesen sind. Hauptaugenmerk des Blogs ist vermutlich meine psychische Erkrankung, die Soziale Phobie, welche ich in Artikeln oft als „SoPho“ erwähne. Betroffene wissen, dass diese Erkrankung den Alltag bestimmt und daher auch hier nicht wegzudenken ist. – Ich habe damals lange überlegt (und mache dies heute immer mal wieder) ob und wie ich hier über diese Erkrankung schreibe. In der Gesellschaft sind viele psychische Erkrankungen noch nicht anerkannt oder unbekannt, obwohl sie so weit verbreitet sind. Es fällt schwer immer wieder lesen zu müssen, dass ich mich „nicht so anstellen“ solle. Auch Vorwürfe, die zum größten Teil haltlos sind, ziehen mich runter. – Dennoch schreibe ich, trotz kleiner Verschnaufpausen hin und wieder, weiter. Letztlich sind es meine Leser, die mich darin bestärken etwas Richtiges zutun, indem ich mit dieser Erkrankung an die Öffentlichkeit gehe. Die vielen Mails die ich fast täglich zu dieser Thematik bekomme, bauen mich auf und ich danke euch für diesen Austausch. Ich habe einfach keine Lust darauf etwas verstecken zu müssen. Soll‘ die Welt ruhig wissen, dass es Menschen gibt, denen man ihre Krankheit nicht oder nur selten ansieht. Man muss nicht nachvollziehen können, was in einem psychisch Erkrankten vorgeht. Aber so sollte man solche Menschen akzeptieren können und ihre Probleme ernst nehmen, anstatt diese als faul oder unfähig zu betiteln.

Vor einigen Jahren noch hätte mich so manch‘ fieser Kommentar komplett aus der Bahn geworfen. Aber ich muss sagen, dass ich durch das Kommunizieren im Internet und die Konfrontation mit Anderen sehr viel lernen konnte.

„Ein Mensch, dessen Herz offen ist, fühlt mit, was die Menschen fühlen, mit denen er zu tun hat; er verteidigt sich nicht, greift nicht an, fühlt sich nicht angegriffen, gekränkt, verletzt, bedroht oder beleidigt. Nichts von dem, was andere tun, kann ihn persönlich treffen, denn er fühlt, was diese anderen bewegt. Er fühlt ihre Not, ihren Schmerz, ihre Bedrängnis in seinem eigenen Herzen.“

Safi Nidiaye, Das Tao des Herzens

So hoffe ich, dass ihr ein wenig Freunde an meinem Blog habt, auch wenn euch vielleicht nicht jeder Artikel gleichstark interessiert. Ich schreibe ansonsten über sehr unterschiedliche Themen, die mich gerade beschäftigen.

Ebenso hoffe ich, dass meine ebenfalls erkrankten Leser/innen eine Möglichkeit gefunden haben irgendwie mit ihrer Krankheit umzugehen, sie zu akzeptieren, sich zu stellen und sie letztendlich Schritt für Schritt zu bekämpfen. Ich weiss, dass es mitunter Jahre dauert bis erhebliche Fortschritte sichtbar sind. Aber es lohnt sich! Scheut euch nicht davor offen darüber mit den richtigen Menschen zu reden und holt euch unbedingt professionelle Hilfe. Ihr solltet alles versuchen und nicht aufgeben, denn letztlich ist es das wert. Ihr seid es wert.

– Erbse

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Written by Erbse

11. April 2011 um 12:56

13 Antworten

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  1. Juhu muss schon sagen bin gerade hierher gefallen- youtube – Musik-taktloss- Bob Dylan- hierher bzw. zu dir…….. ähm ja das schaut hier alles sehr aufwendig aus und so…. und du wirkst sehr sympathisch ich finde es toll wenn Menschen so wie du sich öffnen bzw schreiben was sie so bewegt usw…. denn man hat in der heutigen Zeit trotz Social netdings das Gefühl das man irgendwie immer einsamer wird….. ja gut ich nicht jetzt unbedingt ,oder ? Bin zwar Pfadfinder und kenne sehr viel Menschen aber es ist nur eine Hand voll die mich kennen (bzw. sie glauben mich zu kennen) hehehe….. oh ich schreib schon zu viel Mist weil ich keine Lust zum lernen hab blödes Studium….. na dann ich wünsche dir noch ein schönes Leben und so
    Lg Sepp

    Sepp

    16. Juni 2011 at 17:52

  2. Bin durch Zufall hier auf deinen Blog gestoßen und was soll ich sagen?
    Sehr interessant, was ich schon hier zu Beginn lese und bin gespannt auf deinen Blog

    Elisabeth

    26. Oktober 2011 at 05:04

  3. Toll hier

    Fiona

    20. März 2012 at 20:44

  4. Liebe Erbse,

    ich verfolge deinen YT-Channel und deine anderen Seiten schon länger und mit großer Begeisterung. Nun bin ich aber erst vor kurzem auf deinen „privaten“ Blog hier gestoßen (ich bin manchmal wie ein blindes Huhn, was sowas angeht) und ich kann dir nur sagen: Respekt! Du hast meinen allergrößten Respekt für das, was du tust. Über eine psychische Erkrankung zu schreiben ist oftmals so viel schwerer, als über rein physische, denn da sieht man, was der Betroffene hat. Aber bei psych. Sachen können Außenstehende nun mal nicht in einen „rein gucken“. Gerade da ist es wichtig, dass es auch Leute gibt, die offener damit umgehen. Ich habe selbst eine Angststörung (allerdings eine generalisierte, d.h. sie „hüpft“ und es geht immer wieder mal um was anderes, was sehr anstrengend ist), aber ich würde es, glaube ich, nicht schaffen, ein Blog zu schreiben. Ich wünsche dir alles Gute (& herzlichen Glückwunsch zur Verlobung :> ) und viele liebe Grüße,

    Mary

    Mary

    11. April 2012 at 16:40

  5. Ich finde es auch schön, zu wissen, dass man mit solchen Erkrankungen nicht alleine ist! Den meisten Freunden erzählt man nichts von solchen Ängsten (Familienmitgliedern schon mal gar nicht), aus Angst, als „irre“ abgestempelt zu werden. Eine Freundin, mit der ich aus technischen und räumlichen Gründen viele Jahre keinen Kontakt hatte, gestand mir letztens, dass sie oft große Angst hat, nur vor die Tür zu gehen. Und als ich ihr sagte, dass es mir eine Zeit lang ähnlich ging und ich damit sehr zu kämpfen hatte (und manchmal noch habe), war sie völlig überrascht. Sie meinte, von mir hätte sie „sowas“ nie erwartet. Davon, dass ich noch eine Reihe mehr „sonderbarer“ Verhaltens- und Denkweisen habe mal ganz ab ;-)

    Was ich aber noch sehr bedauernswert in Deutschland finde, ist, dass man so schwer Therapieplätze bekommt. UND einen vernünftigen Therapeuten. Ich habe bisher ohne Erfolg mehrere Anläufe gestartet. Aber man muss vielleicht einfach dranbleiben.

    Auch von mir noch mal herzlichen Glückwunsch zur Verlobung! :-)))

    Alles Liebe,
    Gesa

    P.S.: Ich habe deine Seite(n) vor kurzem entdeckt und bin schon völlig süchtig danach! *schmacht*

    Gesa

    3. Mai 2012 at 13:43

  6. Hallo Erbse,

    ich bin zufällig hierhergekommen und muss sagen, das mir deine Art zu schreiben und zu erzählen gefällt. Über deine Erkrankung zu schreiben, finde ich mutig und vielleicht helfen Blogs wie deiner, der Gesellschaft ja endlich zu akzeptieren, dass auch psychische Erkrankungen genau dies sind…. Danke, dass du so offen schreibst.

    Viele Grüße
    Tinchen

    Tinchen

    9. August 2012 at 16:33

  7. Kenn schon seit Langem den Kosmetik-Blog, und auch ein paar vegane Sachen, bin aber jetzt erst über die Sozial-Phobie gestolpert. Und da kommt mir meine Alte (jetzt auf Behörden, Uni, Arzt und so beschränkt) ja fast harmlos vor… mir hat ua. der Veganismus & Rattenschwanz an neuen Erfahrungen und Wissen dran (Umwelt, Menschenrechte…), die Auseinandersetzung mit Werten, Freunden und Tierrechtsarbeit dabei geholfen selbstbewusster und sozial versierter zu werden ;-)… obwohl man eigentlich auch aneckt…
    Das mit dem öffentlichen Tagebuch… manche Menschen verstehen nicht, dass man manchmal als Sozialphobiker irgendwie plötzlich „andersrum“ ist… wie soll ich das erklären… plötzlich extrem selbstbewusst, offen etc. wirkt… so als ob auf die andere Seite wechseln einfacher ist als das dazwischen… (das erinnert mich grad spontan daran, dass Menschen, sogar wenn sie manchmal Depressionen verstehen oder wahrnehmen, nicht verstehen wie ein ADHSler in seiner atypischen, schwankenden Depression zwischendurch plötzlich saugut drauf ist…)
    Jedenfalls, worum es auch geht, Deine Art zu schreiben ist total schön und witzig :D

    Meli

    5. November 2012 at 04:45

  8. Danke vielmals. :)

    Erbse

    19. November 2012 at 14:10

  9. Hallo Erbse,
    ich verfolge deine Videos und blanc et noir jetzt einige Zeit und bin begeistert!

    Grosses Kompliment wie offen du mit deiner Erkrankung umgehst. Sowas gebührt in unserer Gesellschaft (leider) Respekt. Denn eigentlich sollte es selbstverständlich sein offen über Krankheiten, gerade den psychischen, reden zu können ohne schief angesehen zu werden.

    Ich selber habe eine Freundin die unter starken Depressionen leidet. In unseren unzähligen, stundenlangen Gesprächen habe ich sie zwar gehört aber nicht verstanden. Nicht verstanden wie es sich anfühlt wenn alles nur grau in grau ist, nichts buntes dazwischen. Nicht verstanden wie es ist sich auf nichts zu freuen obwohl man eine glückliche Partnerschaft und ein gesundes Kind von 3 Jahren hat.

    Bis letzten Monat. Von jetzt auf gleich konnte ich alles am eigenen Leib erfahren. Eine Woche lang richtig down, 3 Tage davon regelrecht depressiv und apathisch. Die Gedanken sind durchweg negativ, alles ist schwarz, der komplette Lebensmut verflogen. Bei mir ist es „nur“ eine sehr schwere Form von PMS. Und trotzdem eine psychische Geschichte, die mit Stimmungsaufhellern behandelt werden muss denn der Arbeitsalltag muss weiter gehen. Sowas kann man natürlich keinem erzählen denn-sie hören mich aber verstehen mich nicht.

    In diesem Sinne…mach so weiter. Und last but not least-nachträglich dir und Henrik die besten Wünsche zur Hochzeit. Auch wenn ich euch nicht kenne-ihr scheint ein tolles Paar zu sein :-)

    Jessica Engels-Tissen

    22. November 2012 at 12:49

  10. Es beeindruckt mich sehr wie du mit deinem Ich umgehst und hier deine Gedanken aufschreibst. Nicht jeder kann oder macht es. Solche offenen und ehrlichen Blogs findet man leider zu selten und ich kann dir nur raten weiterzumachen.

    Dein Blog verdient auch einen guten Platz in meiner Favoritenleiste :)

    Gruß aus dem Norden,
    Nico :)

    Nico

    10. Januar 2013 at 22:37

  11. Ich mag den Blogtitel mit den Sternen in der Wärmeflasche.

    ironmaiden

    23. September 2013 at 19:49

  12. Ich bin so froh, dass ich hier deinen Blog gefunden habe! Ich lese deinen veganen Blog schon länger, aber ich wusste nichts von deiner Erkrankung. Es ist toll und gibt mir unglaublichen Mut von dir und deiner Erkrankung zu lesen. Ich habe momentan wieder eine große Krise, die mir das Leben sehr schwer macht. Die Ängste (und Depression) habe ich schon Jahre, aber ich habe das Gefühl, dass mir der Atem ausgeht und ich nicht mehr dagegen kämpfen kann. Mittlerweile hat selbst mein Freund (seit 6 Jahren mein Partner) Angst, dass unsere Beziehung doch daran zugrunde geht.
    Danke für deine Offenheit und mach weiter so!
    Ganz liebe Grüße!

    Klaine

    3. Oktober 2013 at 12:09

  13. Ich finde es super mutig von dir, dass du deine Probleme offen legst und dich hinter ihnen versteckst. Ich könnte es nicht. Ich war vor einigen Jahren auch psychisch instabil (Depressionen oder ähnliches wurde aber nicht diagnostiziert), und das war mir schon war anderen peinlich. Einfach weil von der Gesellschaft etwas perfektes erwartet wird.
    Mittlerweile gehts mir wieder richtig gut!:)
    Später habe ich auch noch in einer Jugendhilfe-Einrichtung gearbeitet, wo 7 von 9 Kindern zur Therapeutin sollten (natürlich war das alles auf freiwilliger Basis und keiner wurde gezwungen) . Einige haben sich immer erst geweigert..aber meine Kollegin hat dann stets gemeint (es waren ja teils noch Kinder) „Wenn mein Bein gebrochen ist, dann lasse ich mir vom Arzt helfen und er macht es wieder heile. Und wenn mein Herz gebrochen ist, dann gehe ich zur Therapeutin und lassse mir von ihr helfen. Das ist etwas ganz normales“:
    Ich fand es so schön von ihr gesagt. Es ist nichts verachtendes, wenn jemand nicht völlig gesund ist. Umso besser ist es natürlich, wenn man sich Hilfe holt und versucht, an der Krankheit und sich zu arbeiten.

    Mit einer Psychose sieht es oft ein wenig anders aus. Ich kann dich verstehen, wenn du sagst, dass es richtig schwer für dich ist. Mein Vater hat selbst auch Schizophrenie und es ist für ihn sehr schwer. Er musste bei uns ausziehen (weil wir es nach 20 jahren nicht mehr ausgehalten haben) und er wohnt jetzt in einer Wohngruppe, für Menschen mit psychischen Krankheiten.
    Es ist schwer, mit einer solchen krankheit umzugehen, umso mehr bewundere ich doch, dass du es so gut meisterst. Gib nicht auf und kämpfe um dein Glück!

    Coco

    28. Dezember 2013 at 10:24


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