…in meiner Wärmflasche schlafen Sterne

Hallo :D

Posts Tagged ‘Soziale Phobie

Sowas wie Erleichterung.

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Es ist schon verrückt, dass es bald fünfzehn Jahre gedauert hat. Ich kann mich an jeden Streit, jede Träne und jeden Moment der Angst von damals erinnern. Und jetzt. Ausgesprochen und wieder ausgebrochen. Für den Augenblick habe ich mich wie eine Zwölfjährige gefühlt. Habe mich verkrochen, geweint. Mein alter Freund, die Verlustangst, jede Nacht ganz fest bei mir. Aber nun bin ich doch eigentlich sechsundzwanzig Jahre alt. Die Situation ist eine Andere. Ich fahre wieder hoch. Bin irgendwie sowas wie stark. Bin über jede Sekunde dankbar, die mir Sicherheit verschafft.
Es fällt was ab. Vom Herzen. Der dicke Stein, der es über Jahre immer mehr zerdrückte. Die Resignation, die diesen beschützte, wich. Und da keimte es unter dem Stein. Es keimte sowas wie Hoffnung. In Zukunft solle das Herz frei liegen. Voller Inbrunst soll es rufen. Und bestimmt gehört werden.
Ich merke wie meine Tränen trocknen und sich alte Wunden endlich zu schließen beginnen.
Bedingungslos. Liebe. Familie.
familie

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Written by Erbse

10. Juli 2014 at 11:46

Schwimmbad, my ass.

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Schwimmbad my ass

Im März 2012 nahm ich mir vor endlich einer meiner größten Ängste entgegen zu treten. Das Schwimmbad!
Es hat dann doch noch einige Zeit gedauert. Ein Badeanzug musste gefunden werden… einer in dem ich mich einigermaßen wohl fühle. Auch wenn ich immer noch nicht verstehen kann, wie sich Menschen in Unterwäsche schämen, aber im Schwimmbad super knappe Bikinis tragen.
So langsam gingen mir die Vermeidungsstrategien aus und ich wollte auch nicht mehr flüchten. Immerhin habe ich ein Ziel. Mittlerweile hat um die Ecke ein neues Schwimmbad aufgemacht. Henrik war schon einige Male dort und erzählte mir sehr begeistert davon. Er brachte mir ein Prospekt mit, damit ich die Möglichkeit hatte mir ein erstes Bild zu machen.
Heute machten wir einen kleinen Spaziergang durch den Park in Richtung Schwimmbad. Ziel war zwar nicht schwimmen zu gehen, aber zumindest mal die Eingangshalle betreten zu haben. Mein Körper reagierte bereits auf dem Weg dahin. Mein Rücken verspannte sich und ich bekam Schmerzen. Die Füße wurden immer schwerer. Ich verbinde mit Schwimmbädern so viel Schreckliches und kann mich dahingehend sehr schnell selbst triggern. Schwimmen habe ich nie gelernt. Zwar bin ich um das Gebäude herum gegangen und war auch ganz kurz im Eingangsbereich, aber als ich dort dann einen großen Haufen Menschen sah, schossen mir sofort ein paar Tränen in die Augen und mein Kopf schaltete in den Flucht-Modus.

Was denken die Leute von mir? Beurteilen sie mich? Ich sehe scheiße aus. Ich bin nichts wert. Ich habe große Angst. Hyperventilieren. Weinen. Panik. Will abhauen.

Henrik war an meiner Seite. Wir drehten uns von der Masse weg, sodass mein Blick nicht auf irgendwen gerichtet war. So beruhigte ich mich noch in der Eingangshalle ein bisschen und ging schnellen Schrittes hinaus.
Für Menschen ohne Angsterkrankung ist sowas meist schwer nachzuvollziehen, aber für mich war das ein riesiger Schritt. Bin ein bisschen stolz auf mich. Wollte ich mit euch teilen. <3

Erbse Schwimmbad my ass

Ich weiss, dass hier viele Menschen mitlesen die ebenfalls an einer Sozialen Phobie erkrankt sind oder generell unter verschiedenen Ängsten leiden. Gerne würde ich wissen, ob ihr Schwimmbäder meidet oder ob es kein Problem für euch darstellt. Wie geht ihr damit um?

Written by Erbse

26. Januar 2014 at 20:30

Am Meer. Vegan. Creep Edition.

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Henrik und ich haben letzte Woche unseren ersten gemeinsamen Urlaub verbracht. Es ist ein schönes Gefühl nach acht Jahren Partnerschaft immer noch erste Male erleben zu dürfen.
Unsere Reise führte uns ans Meer. An die Ostsee.
Bilder gibt es weiter unten.

A N G S T .
Schon lange vor der Reise machte ich mir Gedanken wie ich so viele Tage am Stück in fremder Umgebung aushalten würde. Meine Angsterkrankung bescherte mir dieses typische Gefühl von Angst vor der Angst. Aber ich will es kurz fassen… ich bin überrascht wie stark ich mittlerweile geworden bin und was ich wider erwarten dann doch meistere, wenn auch nicht mit Leichtigkeit. Angst und Unwohlsein gab es auch an der Ostsee. Aber ich habe jeden Tag durchgehalten, habe mich jeden Tag glücklich gefühlt und habe jeden Tag viel Neues und Schönes erlebt. Es hat mir gut getan mal aus dem Alltag auszubrechen und meine sichere Wohnung zu verlassen.

V E G A N .
Uff. Ich bin so froh darüber, dass wir uns eine Ferienwohnung mit Kochnische mieteten. Denn letztendlich blieb uns nichts anderes übrig als fast täglich selbst zu kochen. Das kulinarische Angebot in den Restaurants in weiter Umgebung, beschränkte sich auf Fisch, Fleisch und nochmal Fisch. Man konnte schon von Glück reden, wenn man überhaupt etwas Vegetarisches auf der Karte fand. Wenn wir also dann doch mal außer Haus aßen, dann gab es für mich Pommes oder die typische Ofenkartoffel mit Salat.
Es war für mich eine interessante Erfahrung außerhalb meiner kleinen Stadtblase zu essen. Hier in Kassel gibt es zwar vergleichsweise auch nicht ein so riesiges veganes Angebot wie in anderen Großstädten, aber beschweren kann und will ich mich nach meiner Ostsee-Erfahrung nicht.
Glücklicherweise gibt es auch an der Ostsee in fast jedem größeren Ort die üblichen Supermarkt-Ketten wie Netto oder Edeka. Dort war es kein Problem Tofu, Sojamilch und Co zu bekommen. In Restaurants hilft nur nachfragen und nochmals nachfragen. Ein erst „abgeneigtes“ Restaurant in Plön zum Beispiel, konnte mir dann doch ein bisschen Gemüse in Tomatensoße und Öl anbraten. Das ist zwar kein Highlight, aber immer noch besser als nichts. Denn ansonsten hätte ich meinen Freunden beim Essen zuschauen müssen. Hunger macht mich wirklich grumpy. Niemand mag grumpy Erbsen.
Auf der Insel Fehmarn fanden wir dann endlich auch einen kleinen Bioladen, der uns plötzlich wie ein Paradies vorkam. Falls ihr auch mal auf Fehmarn seid, findet ihr den TOPI Naturkostladen in der Osterstraße 11 in Burg. Auf Fehmarn und auch in Heiligenhafen gibt es zudem zwei NABU Stationen mit Naturschutzgebiet für Wildvögel. Die in Heiligenhafen ist kleiner und ohne Café, dafür aber meiner Meinung nach schöner. Als wir auf Fehmarn herumirrten (ui… für einen Menschen aus Nordhessen wo überall Berge sind, ist das Inselleben echt strange) waren wir zuerst total froh das NABU-Quartier zu entdecken. Denn wir hatten HUNGER! Ich dachte mir… wenn es auf dieser Insel irgendwo etwas veganes zu futtern gibt, dann doch beim NABU. Ich klammerte mich an meinen Funken Hoffnung, aber es gab Steak. ;D Ein Früchtetee sollte meinen Bauch füllen.
Nach unserem Besuch in Plön und dem Treffen mit Tony und „der Frau“, war Henrik wie wild darauf in den nahegelegenen Eselpark zu fahren. Ich wollte da eigentlich nicht hin, da ich als kleines Kind schon mal dort war und mich noch gut an die Umstände im Park erinnern konnte. Besonders jetzt als Erwachsene und Veganerin habe ich im Nachhinein einen ganz anderen Blick auf die ganze Situation bekommen. Aber ich ließ mich von Henrik breit schlagen und fuhr unbegeistert mit. Die Stallungen im Park haben sich zwar ein wenig verändert, aber meine Kritikpunkte haben sich nur noch verschärft. Ein großer Teil der Esel steht den ganzen Tag gesattelt oder an der Kutsche herum und wartet auf Kinder die fahren oder reiten wollen. Diese Zeit über, haben die Esel nicht die Möglichkeit allen ihrer natürlichen Bedürfnisse nachzukommen. Der Hof finanziert sich über Urlauber und die Zucht von verschiedenen Eselrassen. Dabei verkaufen sie Esel auch in Einzelhaltung oder in Haltung mit Schafen. Lustigerweise haben wir ausgerechnet im Bistro des Parks eine vegane Mahlzeit und mehrere vegetarische gefunden. Negatives Highlight war aber die Gründerin des Parks, die sich in einem Gespräch mit uns leider sehr unglücklich ausdrückte. Zuerst war die Dame uns sehr sympathisch und wir quatschten gerne mit ihr, doch dann verriet sie, dass sie „wie auch ihren Kindern“ den Eseln schon mal eine gibt, wenn sie nicht auf sie hören. Ich mag jetzt natürlich nicht beurteilen, was genau „eine geben“ im Grad der Schwere bedeutet, aber nach diesem Satz verkrümelten wir uns ziemlich schnell. Mir war dieser Besuch in jedem Fall eine Lehre. Nochmal lasse ich mich nicht zu sowas hinreissen. Wer unbedingt mal Esel von Nahem sehen möchte, hat vielleicht die Möglichkeit diese auf einem Gnaden-/Lebenshof zu besuchen.
Auf der Heimreise fuhren wir über Lübeck und verweilten dort zum Essen. Gefunden haben wir die Essbar in der Königsstraße 98 – 102. Was für ein tolles Gefühl endlich wieder eine leckere und gesunde Mahlzeit futtern zu können. :D Aber leider haben wir uns in der Essbar gar nicht wohl gefühlt. Dafür kann der Laden allerdings nichts. Es ist dort sehr eng und klein, sodass wir uns an einen großen Tisch mit etwa acht Plätzen setzen mussten. Neben uns saßen noch zwei junge Frauen und eine ältere Dame. Bevor die zwei jungen Frauen in die Essbar kamen, war es so still wie im Arztwartezimmer, was mir zusammen mit der Enge echt Probleme bereitete. Zum ersten Mal seit Reiseantritt, kam in mir wieder dieses starke Gefühl von Angst und Panik hoch. Als die beiden Frauen sich setzten, unterhielten sie sich in normaler Lautstärke, was mich etwas aufatmen ließ. Doch die ältere Dame beschwerte sich daraufhin sehr unhöflich bei den Beiden. Sie würde sich gestört fühlen und sie sollen doch bitte leise sein. Beide waren so perplex, dass sie sich gar nichts mehr zu sagen trauten und sich wegsetzten. Ich war so eingeschüchtert, dass wir in Rekordgeschwindigkeit das trotzdem sehr köstliche Essen verputzten und schnell abhauten.
Damit wir die vielen Stunden Autofahrt nicht auf einmal stämmen mussten, übernachteten wir einen Tag bei Markus und Lisa in Braunschweig. Ich war hundemüde und schlief schnell ein, aber es war so schön die Beiden wiederzusehen. Den Tag darauf aßen wir im Riptide im Handelsweg 11 in Braunschweig. So eine wundervolle Gasse, so ein nettes Café und so verdammt leckeres Essen. :D Vegane Burger und mein Highlight: Hot Cherry. Kakao aus Zartbitterschokolade mit Kirschsirup. Ich bestehe ab sofort bei jedem Braunschweig-Besuch auf das Riptide.

W A S  I C H  M O C H T E .
Die Natur. Die vielen vielen verschiedenen Wildvögel. Den Strand mit all dem tollen Zeug das da rumliegt. Meine Augen klebten ständig am Boden. Hübsche Steine, Muscheln, Knochen, Pflanzen, Quallen und Krebse. Ich habe mal wieder festgestellt wie schön ich Knochen finde. Das ist vielleicht eine etwas ungewöhnliche Vorliebe, aber besonders an den Stränden, wo viele Möwen rumlungern und ihre Krebse futtern, hielt ich mich gerne auf. Krusten, Knochen… irgendwie faszinierend.
Möwen sind die Waschbären des Nordens. Oder so.
Die Zeit mit Henrik. <3
Henrik streichelte das erste Mal in seinem Leben einen Esel. Und ich fand zusammen mit Tony (tonyarmy.de) den wahrscheinlich größten Apfel der Welt. Wir trafen Freunde, die wir viel zu selten sehen. Und auf der Heimreise hielten wir in Braunschweig um auch dort Freunde zu treffen. In einem urigen Comic-Laden, hatte ich das Glück einen original verpackten „Meister“ aus der ersten Buffy-Staffel geschenkt zu bekommen. Und wir leisteten uns die DSA-Box rund um die Hauptstadt Gareth.
Meine Familie kümmerte sich in unserer Abwesenheit liebevoll um unsere Katzen und Ratten. Ich bin dafür so dankbar! Denn die habe ich am allermeisten vermisst.

W A S  I C H  N I C H T  M O C H T E .
Rassistische Äußerungen von anderen Touristen bezüglich der wenigen POC in unserem Urlaubsort. Außerdem das Anstarren, weil man nicht so aussieht, wie der typische Ostsee-Urlauber. Die Knieverletzung die ich mir zuzog. Den Rest der nicht so optimal war, kann ich getrost ignorieren, denn insgesamt war die Reise einfach wundervoll.

C R E E P Y  F O T O – E D I T I O N .
Eigentlich wollte ich ein paar schöne bunte Urlaubsbilder zum Artikel hinzufügen, aber irgendwie will ich die nicht herzeigen. Ich muss das ja zum Glück nicht erklären. Und deswegen zeige ich euch jetzt einfach mal das Gegenteil von dem wie ich die Ostsee eigentlich erlebt habe. :D Als wir ankamen und uns ein bisschen orientierten, fühlten wir uns sofort an Lovecraft und seine Schauergeschichten erinnert. Manche Orte schrien nur so nach Innsmouth und wir fühlten uns nicht selten als „Stranger“ und „Outsider“. <3 Und überall diese Tentakel die nachts aus dem Meer ragten! :O

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Written by Erbse

23. September 2013 at 12:49