…in meiner Wärmflasche schlafen Sterne

Hallo :D

Archive for the ‘Bücher’ Category

Wege und Ziele

with 14 comments

Dein Weg muss nicht der Weg aller Anderen sein.

„Nach den 60er Jahren und mit dem Entstehen der feministischen Bewegung erfuhr die Rolle der Frau in der westlichen Gesellschaft eine merkliche Veränderung. Frauen forderten für sich die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten nicht nur in häuslichen, sondern auch in anderen Bereichen einsetzen zu können. Das Bild der intellektuellen Frau, die ihre kreativen Fähigkeiten für die Kommunikation, die Lösung von Problemen, die Entwicklung von Ideen, Strukturen und Organisationen nutzt, erfuhr allmählich eine gewisse Anerkennung. Die Frauen mussten allerdings, um diese Anerkennung zu erringen, mit den Männern zu deren Bedingungen in Konkurrenz treten, und die Folge dieses Kampfes war eine Degenerierung des letzten matriarchalen Ausdrucks von Mutterschaft und der Frau als Bewahrerin des Heims und Familienlebens. Die Frauen betrachteten die traditionellen weiblichen kreativen Fähigkeiten und Fertigkeiten selbst durch eine männliche Brille, hielten sie für weniger wichtig als die „richtige“ Arbeit, sahen sie sogar als herabwürdigend an. Frauen, die die traditionelle Mutterschaftsrolle nicht aufgeben wollten, gerieten mehr und mehr von beiden Seiten unter Druck; von den Männern, weil sie nichts zu den Finanzen beitrugen, von den „neuen“ Frauen, weil sie sich nicht auf ihre Seite schlugen. Im gesellschaftlichen Kontext der „Freiheit“ des Feminismus spaltete sich die Rolle der Frau in die „gute“ oder „schlechte“ Mutter und die „gute“ oder „schlechte“ berufstätige Frau auf.

Die Vorstellung von Mutterschaft als Quelle und tragender Säule der Gesellschaft ging verloren, und schlimmstenfalls werden Mütter heutzutage als finanzielles Sickerloch betrachtet. Die am Krankenhaus orientierte Schwangerschafts- und Geburtsbetreuung beschränkt die Kontrolle der Frau über ihren eigenen Körper und macht aus der Erfahrung der Geburt oft nicht mehr als eine Kosten-Nutzen-Angelegenheit. Das in unserer Gesellschaft vorherrschende Bild der Mutter wird nicht mehr mit Stärke assoziiert, sondern mit einer schwachen Frau, der es an persönlichem Mut oder intellektueller Geistesstärke fehlt. So haben Frauen, die ihre Arbeit aufgeben, um sich der Familie zu widmen, oft große Mühe, wieder einen Job zu finden, wenn sie auf den Arbeitsmarkt zurückkehren wollen. Und obwohl Firmen jetzt vom Gesetz her Frauen und Männern die gleichen Möglichkeiten einräumen müssen, herrscht immer noch das unterschwellige Gefühl vor, dass die Ausbildung einer Frau, die künftig möglicherweise ihren Beruf aufgibt, um eine Familie zu gründen, Geldverschwendung bedeutet. Auch die anderen traditionellen kreativen Fähigkeiten der Frauen haben an Status verloren. Ihre Ausdrucksform von Lebenserfahrung und Lebensverständnis, einst Mittel zum Überleben, sind nun auf die Ebene von für eine moderne Gesellschaft wenig wertvollen Hobbys reduziert.

Doch diese kreativen Energien und Fähigkeiten haben der Gesellschaft viel zu bieten, und die Frauen von heute bekommen allmählich wieder die Gelegenheit, sie sowohl in Bereichen, zu denen sie vormals Zugung hatten, wie auch in Erlebnissphären, die ihnen bislang verwehrt waren, zum Ausdruck zu bringen. Es existieren jedoch keine festgelegten Rollen für Frauen und den Ausdruck ihrer schöpferisches Energien. Alles hat, ob sie nun diese Energien für die Mutterschaft, die Leitung einer Firma oder als weise Frau nutzen, seine Gültigkeit und gehört zur Wesensnatur der Frau. Wenn die Gesellschaft ganz allgemein alle Ausdrucksformen der weiblichen Energien – junges Mädchen, Mutter, Zauberin oder Alte – akzeptieren soll, müssen Frauen erstens diese Aspekte wieder in sich selbst erkennen und respektieren, und zweitens sie auch in anderen Frauen zulassen und akzeptieren.

(Quelle: „Roter Mond“ von Miranda Gray, Seiten 156 und 157)

„Jeder geht seinen eigenen Weg und jeder geht ihn allein, denn wir sind alle unterschiedlich, auch wenn man das heute nicht mehr so sagt. Heute sagt man, dass wir individuell sind. Das klingt besser und nicht so gesellschaftsfeindlich, aber im Grunde sagt es doch aus, dass wir uns unterscheiden und ein Zusammenleben ohne Reibepunkte nicht existieren kann.

Und in diesen Gedanken versunken und mit dieser Erkenntnis habe ich begriffen, dass ich vielleicht die falschen Maßstäbe an mich und mein Leben gesetzt habe. Dass ich mich zu viel beeinflussen ließ von dem Schein, den das Leben anderer Menschen machte. Menschen tragen viel lieber ihre positiven Erlebnisse nach außen, als ihre negativen und deswegen scheint das Leben der anderen immer so viel besser als das eigene. Man sieht deren Probleme nicht, weil man Probleme nicht so offen nach außen trägt, wie freudige Ereignisse. Sonst würde man sich ja die Blöße geben, dass doch nicht alles so perfekt läuft. Und dieser Selbstbetrug und der Betrug am Gegenüber ist ein kleines Puzzleteil zu dem, was das Scheinbild Glück ausmacht.“

(Quelle: http://blogblume.de/ist-gluck-hechten-wir-illusionen-hinterher)

Advertisements

Written by Erbse

6. Februar 2012 at 14:08

1952 und der Veganismus

with 10 comments

Im Jahr 1952 erschien beim Bremer Brücken-Verlag das Gesundheitsbuch für die Familie von Dr. med. Oswald Bianco unter Mitarbeit von Prof. Dr. med. A. V. Knack. Ich habe dieses auf zweierlei Art wahnsinnig vielseitige Werk kürzlich im Schlafzimmer meiner verstorbenen Großmutter gefunden. Mittlerweile habe ich schon einige Stunden mit dem Buch verbracht und bin über viele der dort beschriebenen Erklärungen und Empfehlungen mehr als überrascht. Manchmal muss ich schmunzeln wegen längst überholter Sichtweisen, aber dann erstaune ich wieder unter einem „Ohhooo, wow“, wenn ich zum Beispiel in den Kapiteln über Ernährung lese.

Im Kapitel „Die vegetarische Lebensform“ ab Seite 35 schreibt der Autor unter Anderem:
„Wenn wir von weltanschaulichen Überlegungen absehen, dürfen wir auf Grund der gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisse folgendes feststellen: 1. Pflanzliche Nahrung ist unentbehrlich für die Erhaltung von Leben und Gesundheit des Menschen. Sie ist der alleinige Träger einer großen Zahl von unentbehrlichen Vitaminen, Auxinen und Wuchsstoffen. Die physiologischen Bedürfnisse können nur durch vorwiegend pflanzliche Rohkost erfüllt werden. […] Fleisch ist also entbehrlich, aber deshalb noch nicht unbedingt schädlich. Es kann jedoch niemals ausschließliche oder wesentliche Nahrungsgrundlage sein. […]
Are Waerland, ein schwedischer Ernährungsreformer, fordert eine konsequente vegetarische Lebensweise. […] Die Waerland-Diät ist ohne Zweifel gesund und empfehelnswert. […] Die von Waerland geforderten Vorbehalte: Obst und Gemüse nicht gemeinsam, sondern getrennt genießen – einheimische Obstarten bevorzugen – „gespritze“ Obstarten vermeiden – sind nur zum Teil wissenschaftlich fundiert.“

Es folgen jede Menge Rohkostrezepte für die einzelnen Monate, angepasst an die jahreszeitlichen Bedingungen. Direkt danach findet sich eine Tabelle „Biologischer Wert der wichtigsten Nahrungsrohstoffe“ ab Seite 47. Das schreibt der Autor über Fleisch und Wurst:
„Biologischer Wert: Sie sind reich an wertvollem Eiweiß, aber arm an entgiftenden Mineralstoffen; daher nur in Verbindung mit der 4-5fachen Gewichtsmenge an pflanzlicher Rohkost wertvoll. Die handelsüblichen Wurstsorten sind in der Regel zu stark mit Salz gewürzt und deshalb ganz abzulehnen. Fleisch und Wurst sind auch vitaminarm. Helles Fleisch ist nicht wertvoller als dunkles Fleisch und Geflügel nicht wertvoller als anderes Fleisch. Alle derartigen Unterscheidungen sind unbegründet und überholt.
Sonstige Eigenschaften: Säureüberschüssig, daher schlackenbildend und im Übermaß immer schädlich; appetitanregend. Fleisch und Wurst sollen als Anregungsmittel in kleinen Mengen genommen werden. Niemals dürfen sie aber etwa die Grundlage der Ernährung darstellen. Geflügel ist harnsäurereich, daher zu meiden bei Rheuma und Gicht.“

Auch den ethischen Gedanken beleuchtet das Buch kurz, indem es einen Dr. Khan zitiert:
„Die Stärke des Vegetarismus liegt nicht auf dem Gebiet der Ernährungslehre, sondern auf einem ganz andern Feld: in seinem ethischen Grundgedanken. Unter dem Programmgemälde des Vegetariers steht nicht: `Du wirst gesünder!`, sondern `Du sollst nicht töten!` Die Begründer des Vegetarismus in Asien waren keine Ärzte, sondern Ethiker und hießen Zoroaster, Buddha, Kungfutse und Laotse. Sie verboten ihren Jüngern den Genuß des Fleisches, weil sie den Mord am Tier verabscheuten, und ebenso waren die großen Ethiker des klassichen Altertums Diogenes und Empedokle, Zeno und Epikur, Plato und Seneka Vegetarier aus ethischen Motiven. `Was konnte den ersten Menschen bestimmen, das Blut eines toten Tieres an seine Lippen zu bringen und Leichen als Leckerbissen auf seinen Tisch zu stellen?`fragt Plutarch, und 1800 Jahre später bezeichnet Bogumil Goltz es als einen unerklärlichen Widerspruch mit unserer Menschlichkeit und unserem Gewissen, als einen himmelschreienden Widerspruch mit unserem Dichten und Denken, mit unserer Naturliebe und mit der christlichen Religion, dass wir die lebendige Kreatur Gottes abschlachten. Shelley nennt den Vegetarismus: die Lebensweise im Bewusstsein unserer Menschenwürde, und Leonard da Vinci prophezeit: `Es wird eine Zeit anbrechen, in der sich alle Menschen mit der Pflanzenkost begnügen und in der man das Schlachten eines Tieres als ein ebenso großes Verbrechen betrachtet wie den Mord eines Menschen.` Der Vegetarismus ist eine schwache Ernährungslehre aber eine erstrebenswerte Weltanschauung.“

Written by Erbse

18. Januar 2012 at 03:43

4. Bibliofeles Lesemarathon

leave a comment »

Heute findet relativ spontan der 4te Bibliofeles Lesemarathon statt und ich bin schon eine halbe Stunde zu spät. :) Wer noch miteinsteigen möchte, kann dies natürlich gerne machen. Erklärungen: Klick und Klick – Im Chatraum sind alle willkommen!

Dieser Artikel wird „live“ aktualisiert. Den fertigen Artikel seht ihr also erst Sonntagfrüh. Wer also zeitnah verfolgen möchte was sich so tut und wie es mir so geht, hat hier die Möglichkeit. – Dieses Mal habe ich mir keine feste Leseliste zusammengestellt, werde also spontan entscheiden. Genug ungelesene Bücher sind ja da.

[10:27 Uhr] – Ich bin jetzt im Chat angelangt und habe schon die ersten Mädels begrüßt. Habe wegen dem Minecraft-Update letzte Nacht ein bisschen zu wenig geschlafen, daher muss ich vorerst noch ein paar Sachen wie frühstücken, Tiere versorgen etc. erledigen. – Habe mir vorgenommen nachher mit „Wildkatzen – Auf dem Pfad der jungen Göttin“ von Patricia Monaghan (ISBN 9783935581349) zu beginnen. Habe keine Erwartungen. Lasse mich überraschen.

[10:54 Uhr] – So. Cupcake im Rachen und schon kann es los gehen mit dem Wildkatzen-Buch. Gespannt. – Natürlich gleich in den ersten paar Sätzen einen Rechtschreibfehler gefunden.

[12:34 Uhr] – Typisch für mich, habe ich natürlich gleich mal den Inhalt meines Bechers auf dem gesamten Schreibtisch verteilt. Bin gerade bei Seite 25. Habe das Gefühl, dass dieses Buch eher für noch jüngere Frauen geschrieben ist. Im Moment langweile ich mich.

[13:11 Uhr] – Zitat von Seite 28: „Wähle eine Lieblingsbeschäftigung aus deiner Kindheit aus und gehe ihr einmal die Woche nach, einen Monat lang. Dann nimm dir die nächste vor. Führe das für mindestens vier Monate fort.“ – Nein, besser nicht. Besser nicht.

[15:03 Uhr] – Gerade wieder aufgwacht. War auf dem Sofa mit Buch in der Hand eingeschlafen. Führe das aber nicht auf das Buch zurück, sondern auf die letzte Minecraftnacht. Bin auf Seite 83 und kann schon mal meinen bisherigen Eindruck wiedergeben. Hätte ich dieses Buch mit 14 Jahren gelesen, als ich mich sehr intensiv mit der Göttinnenspiritualität auseinandersetzte, wäre es für mich DAS Buch gewesen. Jetzt allerdings finde ich im Moment noch nichts Neues im Buch wieder. Alleinig einiger der Sagen und Geschichten die jedes neue Kapitel einleiten sind mir fremd. Der Aufbau des Buches ist super. Nach jeder Sage wird dem Thema entsprechend darauf eingegangen und man findet als „Junghexe“ jede Menge Anregungen ohne in irgendeinerweise irregeführt oder befehligt zu werden, wie ich es oft schon in anderen Büchern lesen musste.

[16:13 Uhr] – Zwischendurch zum Mauerbauern bei Minecraft rekrutiert wurden, aber letztendlich weitergelesen und auf Seite 89 gelandet. Das Kapitel erzählt vom bewussten Handeln, ist sehr verständlich geschrieben und ich bin wirklich positiv überrascht davon zu lesen. Ein winziger Auszug: „Es gibt nichts, das wussten schon unsere weisen Ahnen, das nicht mit etwas anderem verbunden ist. Wenn du die Heizung höher stellst, anstatt dir einen warmen Pullover anzuziehen, ergießt sich eine Reihe von Veränderungen über die ganze Welt. Dein örtliches Kraftwerk verbraucht mehr Brennstoff, wodurch es zu Luftverschmutzung kommt, wenn es die heiße Asche wie einen dichten Nebel in die Luft bläst. Die Route eines Wandervogels ändert sich, wenn ein Feuchtgebiet vom Abfall des Kraftwerks zugeschüttet wird. Weit entfernt in der Arktis verhungert ein Fuchs, weil der Wandervogel nach einem langen, kalten Winter nicht in seine Heimat zurückkehrt. Der Tod dieses Fuchses hat zur Folge, dass er keine kleinen Füchse zur Welt bringen kann in diesem Sommer, und so werden sich die Eichhörnchen endlos vermehren, deren Anzahl nun nicht mehr von den Füchsen reduziert wird. Ein alter Wald beginnt zu sterben, und er kann auch nicht neu entstehen, weil die Millionen von Eichhörnchen all die Samen gefuttert haben. Die Erde muss sich nun dem Meer ergeben, weg gewaschen, weil keine Bäume sie mehr mit ihren Wurzeln halten können.“ – Es wird auf das Fleischessen eingegangen, auf Billigarbeit aus Asien, auf Konsum und auf Handlungen und ihre Folgen.

[17:31 Uhr]Seite 102. Bin überrascht wie bodenständig geschrieben wurde. Im jetzigen Kapitel geht es um Schutz. „Wenn ein Teil unserer Erfahrungen verdrängt wird, dann ist auch der Teil von uns, der mit dieser Erfahrung verbunden ist, begraben. Wir sind nicht länger ganz wir selbst. Oftmals finden wir auch einen – wie wir glauben – sicheren Weg, unsere Gefühle auszuleben. Gegen unsere Eltern können wir uns nicht wehren, dafür können wir uns aber mit Mitschülern streiten, um unserer Wut freien Lauf zu lassen. Wenn wir körperlich misshandelt werden und uns dagegen nicht wehren können, dann fangen wir oftmals an, uns gegen uns selbst zu richten, wir fügen uns Schnittwunden zu, hungern oder verletzen uns auf irgendeine andere Weise.“

[23:21 Uhr] – Alle haben schon aufgehört. Werde mich nun in die Welt von Minecraft begeben. Na ja. :) Buch lese ich später noch zu Ende. Kann ich bisher empfehlen, solange man empfänglich für spirituelle Themen ist.

Written by Erbse

19. November 2011 at 10:34