…in meiner Wärmflasche schlafen Sterne

Hallo :D

Selbstjustiz und Todesstrafe

with 14 comments

Eigentlich wollte ich dazu nicht ausschweifend werden. Aber als ich gestern eine Diskussion über Facebook beobachtete, in der sich einige Leute über die angemessene Strafe für Vergewaltiger stritten, konnte ich irgendwann doch nicht mehr die Finger still halten.

In diesem Blog-Eintrag will ich viel eher ein bisschen Geschriebenes dokumentieren. Und vielleicht haben die Leser dieses Artikels ja sogar noch einen wichtigen Punkt beizutragen, das würde mich freuen. – Ich bin auf jeden Fall zum Teil sehr entrüstet wegen einiger Aussagen aus dieser Diskussion.

(c) by lamkaaa

User C: ich glaube für solche Dreckstypen gibt es nur eins….aufhängen am …..! und vergammeln lassen!! Es gibt keine Therapie für solche Teufel ;O(….

User C: tztztz sagt bloss ihr habt mit Tätern mitleid? Und ich bin für die Todesstafe bei solchen Bestien, damit niemals Jemand mehr leiden muss!! wER MEINT DAS SEI ZU KRASS SOLL SICH DOCH ALS AUSGLEICH DIESEN mISTRATTEN ANBIETEN1!!! es gibt keine endschuldigung Für Vergewaltiger, Kinderschänder und Tierquäler!!!

User H: @User C Wir haben nie behauptet, dass wir Mitleid haben. Aber wer tötet, der macht sich selbst strafbar.

User L: ähm man würde ja nicht einfach einen unschuldigen menschen hinrichten :D es geht hier um menschen die das leben von menschen und ganzen familien zerstören und denen küssen wir auch noch den arsch und versuchen sie zu therapieren.

User H: Auch der Straftäter hat eine Mutter, die vielleicht nichts dafür kann, dass ihr Kind zu solch schlimmen Sachen imstande ist. Hat man das Recht, dieser Mutter das Kind zu nehmen? Was sagt ihr dazu?

User A: ich hab mir gerade nochmal alles durchgelesen und ich bin zutiefst getroffen wie wenig man sich hier um das Opfer schert,es geht die ganze beschissene Zeit nur darum wie man so jemanden bestrafen soll,ob es klug oder angebracht wäre eine Therapie zu machen.Aber das Baby das vergewaltigt wurde,welches jetzt ja 6 oder 7 Jahre alt sein soll,ist totalm in den Hintergrund gerückt!

User L: am schluss denken die leutchen hier noch, dass das baby doch selbst schuld ist. da wart ich ja nur noch drauf -.-

User H: auf keinen Fall – Opfer brauchen Schutz und MINDESTENS genauso viel Zuwendung wie der Täter. ABER soll man dem täter nun keine Beachtung schenken und nach einer vergewaltigung oder einem Mord einfach die Erstbesten hinrichten?

User L: lol bist du eigentlich echt so dumm oder tust du nur so? :D „MINDESTENS genauso viel schutz und zuwendung“? du hast echt nen vollschuss :D

User H: In den USA wurden beispielsweise schon erwiesenermaßen dutzende Unschuldige hingerichtet, weil man einfach einen Schuldigen brauchte.

User H: @User L Dasselbe kann ich von dir behaupten – du hast eben noch geschrieben, dass du Verbrecher verstümmeln würdest – damit machst du dich selbst strafbar. […] Und ob die Todesstrafe nun angemessen ist oder nicht … darüber können wir noch die nöchsten Jahre diskutieren. Ich empfehle diesen Link: http://www.amnesty.de/de/2910/download_materialien/htm_dateien/aspekte_zur_behandlung_ts.htm

User P: Wie ich eben schon auf H’s Blog schrieb: wenn man den Tod nicht für gerecht hält, weil man ja nicht „Gott spielen will“, dann gehört für mich aber ne Kastration und Handambutation her, wenn man die Gesellschaft in Sicherheit wiegen lässt. So wird sich dieses „Tier“ mit Sicherheit nicht mehr auch nur ansatzweise irgendwo vergehen oder töten!

Erbse: Ich frage mich ab wann Selbstjustiz von der Mehrheit gut geheißen wird und bis wann in den Köpfen noch die üblichen Gesetze unseres Landes gelten.

User P: Naja, die Gesetze des Landes sind sowieso umstritten, da geb ich generell eh nicht viel drauf. Ich denke, die meisten hier gehen vom reinen logischen Menschenverstand aus, was man in so einer Situation denken tut, vor allem, wenn man betroffen ist. Ich kann nur sagen, dass ich auf jeden Fall bei solchen nichtigen „Starfen“ gegen Täter Angst habe, ein Kind zu gebären. […] Wenn ich immer daran denken muss, wenn mein Kind draußen ist, auf Weg zur Schule etc.pp. mein Kind könnte das nächste Opfer sein, ist mir nicht gerade wohl bei der Sache.

Erbse: Dass es eine Zumutung ist, wenn Vergewaltiger nach drei Jahren wieder auf freiem Fuß sind, ist ganz klar. Da muss noch viel passieren. Aber Selbstjustiz sollte doch eigentlich niemals der Weg sein, oder? Wir leben ja zum Glück nicht mehr in Höhlen. :) […] Noch unwohler wäre mir aber, wenn ich mein Kind auf die Straße schicken müsste, mit der Gewissheit, dass so viele Menschen Selbstjustiz gut heißen. Gesetze, so dämlich sie manchmal auch sein mögen, haben ja den Sinn uns ein stückweit zu schützen.

User P: Ich bin leider ein sehr emotionaler und temperamentvoller Mensch. Ich glaube nicht, dass ich mich in Zaum halten könnte und ruhig sitzen bleiben würde, wenn da das Leben meines Kindes auf dem Spiel steht. Es ist dein eigen Fleisch und Blut,… man hat 9 Monate und Jahre mit dem Kind verbracht, es groß gezoigen und dann erlaubt sich ein PSycho Hand an mein Kind zu legen. Ich glaube kaum, dass man das für gut heißen kann und sagt: hach, der hat Störungen, deshalb halb so wild.

Erbse: Das stimmt, P. Deswegen gibt es zum Glück noch Außenstehende die bei solch‘ emotionaler Belastung der Opfer differenzieren und demnach ein Rechtsurteil sprechen können. – Wäre es mein Kind, hätte ich auch einen unsagbaren Zorn in mir und wüsste nicht wohin mit all‘ den schrecklichen Gefühlen. […] Aber macht es die Tat ungeschehen, wenn der Täter dafür sein Glied abgehackt bekommt oder Ähnliches? :) Die Energie die man in soetwas steckt, sollte man lieber in sein Kind bzw. in das Opfer investieren. Finde ich.

User P: Aber es verhindert weitere Taten!

Erbse: Das würde es auch, wenn der Täter eine lebenslange Haftstrafe bekommt. Oder je nach Straftat einige Jahre und eine anständige Therapie. Kommt ja auch immer auf den Menschen an. Nicht jeder Vergewaltiger ist gleich oder handelt aus den selben widerlichen Trieben.

User P: Könntest du damit leben, dass der Täter nach Haft wieder rauskommt und selbige Tat nochmal begehen kann? Das hat es zu oft schon gegeben und ich habe dafür weder Respekt noch Achtung. Ich kann solchen Menschen ein weiteres Leben nicht gönnen, so leids mir tut. Wenn dann sollte alles weg, womit er verletzen kann!

Erbse: Ich denke das kann man nur im Einzelfall entscheiden, aber nicht pauschalisieren.

User P: Lebenslange Haftstrafen gibt es kaum, das kostet den Staat zuviel Geld. Und bringen würde das auch nichts, weil er somit trotzdem ein weiteres annehmbares Leben hat und sich womöglich noch drüber freut. Sorry, aber da komm ich nicht. Ich kann das absolut nicht befürworten. […] Sagst du im Einzelfall auch, dass der ne scheiß Vergangenheit hat und deshalb das Recht hat, dein Kind zu berühren? Sorry, aber das wage ich wirklich zu bezweifeln.

Erbse: Ich wüsste nicht was annehmbar ist, wenn man seine Freiheit verloren hat. Es gibt da, denke ich, einfach kein schwarz und weiss. Wir sind uns mit Sicherheit aber alle einig, dass sie meisten Strafen für Vergewaltiger viel zu mild sind. […] Nein, das sage ich nicht. Das Recht hat keiner, egal was er für eine Vergangenheit hat. Ist doch ganz klar. ;)

User P: Also meines Erachtens wissen viele Täter sehr genau, was sie da machen und freuen sich doch, im Bau zu landen, weil sie sich da um nichts kümmern müssen. Siehe diesen Sozialpädagogen. Er hatte sogar ein PFLEGEKIND. Das muss man sich mal reinziehn, sowas.

Erbse: Den Fall kenne ich nicht. Aber ich kann mir echt nicht vorstellen, dass sich Jemand freut in den Knast zu wandern. :) – Ansonsten habe ich eigentlich alles gesagt was ich sagen wollte.

User D: Ich denke auch, es ist rausgeworfenes Geld, solche Menschen zu therapieren, wer nicht geheilt werden will, und in meinen Augen will man das nicht, wenn man so eine Tat begeht, dann besteht auch kein Grund es zu versuchen. Solche Menschen si…nd nicht mehr in die Gesellschaft eingliederbar, und ich würde sofort aus der Stadt ziehen ,wenn so ein Mensch nach absitzen der Strafe wieder frei kommt und „zu seinem eigenen Schutz“ (hallo, wer erkennt die Ironie?) in meine stadt bugsiert würde. […] Nein, solche Menschen verdienen nichtmal den Tod. Die gehören unter Tage in Bergwerke gesteckt ,aus denen sie NIE mehr rauskommen, bis sie da drin elendig verrecken. Solche Menschen sollten nie, nie wieder die Sonne oder andere schöne Dinge… sehen dürfen ,sondern nur noch Dunkelheit und Arbeit. Dann müssen sie sich auch nicht auf unsere Kosten im Gefängnis durchfressen. Und ich fände in so einem Fall Selbstjustiz durch die Familie auch durchaus angebracht. Sollen die entscheiden, was mit so einem passiert. Und wenn sie ihm eine Kugel durch den Kopf jagen, ist das durchaus legitim.Wer anderen Menschen das Recht auf Leben nimmt, hat sein Recht auf Leben verspielt. Aber welche Strafe so einen Menschen trifft, sollte die Familie des Opfers entscheiden. Und das Geld, das gespart wird, sollte ausschließlich in die Opferhilfe und den Schutz von Kindern gehen.

Erbse: An dieser Stelle zeige ich mich jetzt einfach mal froh in Deutschland zu leben. Und eben in keinem Land wo Rachetaten, Ehrenmorde und Co toleriert oder gar beklatscht werden.

User W: die sollte man quälen und umbringen :)

Das war jetzt womöglich etwas viel zu lesen, obwohl es nur kleine Auszüge waren. Aber ich fand es schon sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen auf eine solche Thematik reagieren. Im Gespräch wird Hana’s Blog erwähnt, wo die Diskussion sogar noch etwas weitreichender ging.

Ich gebe zu, mich nicht so richtig beherrscht zu haben, als in den Diskussionen so häufig das Wort „Tier“ für den Vergewaltiger fiel. Daher musste ich noch generell zu den Tieren etwas schreiben. :)

[…] Ich bediene jetzt vielleicht ein bisschen das Klischee, aber ich frage mich immer wo diese harten selbstgerechten Worte herkommen, die bei solchen (wirklich furchtbaren) Straftaten leichtfertig gerufen werden. Die Welt schreit auf, wenn einem menschlichen Säugling etwas absolut unbeschreibliches angetan wird. Jedoch schaut alle Welt weg, wenn soetwas und noch Schlimmeres mit nichtmenschlichen Säuglingen geschieht. Ich frage mich jedesmal wo da die Menschen mit ihren Fackeln und Mistgabeln geblieben sind. Auch diese Individuen sind wehrlos und auch sie haben das Leben und die Unversehrtheit in meinen Augen verdient. – Aber ich gebe zu, diese Thematik führt jetzt etwas zu weit. […]

Wie steht ihr denn der Thematik gegenüber? Und vielen Dank für’s Lesen, falls ihr euch das alles angetan habt.

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Written by Erbse

17. Juni 2011 um 18:28

14 Antworten

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  1. Fast genau die gleiche Diskussion ist mal in einem Forum losgegangen, nachdem wieder ein Fall von Tierquälerei in den Medien groß wurde… alle schrien auf einmal auf, dass man dem Täter mindestens genauso schlimme Qualen antun sollte, wie er den Tieren – oder ihn am Besten sofort eigenhändig umbringen.

    Und ich war so ziemlich die Einzige, die diese Art von Selbstjustiz nicht unterstützen wollte, und ein bisschen an den Verstand der anderen User appellierte – ohne Erfolg. Jetzt mal ehrlich, mit so Aussagen wie „Ich würde dem Täter das Gleiche antun wie er dem Tier/Kind/Opfer/…“ stellt man sich selbst doch auf exakt die selbe Stufe wie er – und egal wieviel Aggressionen sich bei solch emotionalen Themen entwickeln, ich kann Gewalt oder Gewaltandrohungen einfach nicht akzeptieren… das kann nie die Lösung sein.

    Unser deutsches Rechts- und Bestrafungssystem zielt eben auf Resozialisation ab, und nicht auf Rache… wem das nicht passt, dem steht immer die Tür zu radikaleren Ländern offen, dort können solche Leute sich von mir aus die Köpfe gegenseitig einschlagen wie sie wollen.

    Argh jetzt hab ich mich auch schon wieder weiter reingesteigert, als ich eigentlich wollte ^^ aber solche Leute, die zu Selbstjustiz aufrufen und Gewalt verherrlichen, machen mich einfach krank.

    MhhhKathi

    17. Juni 2011 at 18:51

  2. Erschreckende Kommentare. Ich hätte gerne diese Frage in die Runde geworfen: „Wie entstehen Täter?“

    RinaVera

    17. Juni 2011 at 18:53

  3. Ich denke, dass Du zu diesem Thema im Prinzip schon das Wichtige gesagt hast.
    Die Strafen sind häufig zu gering. Eventuell wird hier auch einfach das Mögliche Strafmaß von den Richtern (aus welchen Gründen auch immer) nicht ausgeschöpft oder man sollte die entsprechenden Gesetze ändern und höhere Strafen ermöglichen. Darüber hinaus muss natürlich auch kritisch geprüft werden, inwieweit der Täter therapierbar ist oder ob er tatsächlich lebenslang in Sicherungsverwahrung sein muss um die Öffentlichkeit zu schützen.

    Selbstjustiz und die Todesstrafe haben meiner Meinung nach in einer aufgeklärten und zivilisierten Gesellschaft keinen Platz mehr. Naürlich ist man als Opfer einer Straftat oder als Angehöriger des Opfers sehr betroffen/traumatisiert und einfach emotional nicht in der Lage ein angemessenes Urteil zu fällen. Dafür gibt es eben RichterInnen, die eine entsprechende Ausbildung haben und ein zumindest objektiveres Urteil fällen können. Das ist zwar auch nicht perfekt, aber immer noch besser als Selbstjustiz.

    Gleichzeitig muss natürlich auch dem Opfer Aufmerksamkeit geschenkt und Unterstützung geboten werden. Es sollte im Idealfall die Möglichkeit geben, dass die Hilfe individuell auf die Bedürfnisse des Opfers abgestimmt wird und auch eine langfristige Unterstützung möglich ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier noch einige Verbesserungen notwendig sind. Davon, dass der Täter am Galgen baumelt, wird die Psychotherapie für das Opfer aber auch nicht bezahlt.

    Jessica

    17. Juni 2011 at 18:58

  4. Ich hab die Diskussion nur so halb verfolgt, aber mir ist das Wort TIER genauso aufgefallen :D
    Ich finde es unglaublich heuchlerisch wie man bei einem Menschen, der so schlimm missbraucht wird so abgehen kann und mit Worten wie Todesstrafe etc. um sich wirft, aber gleichzeitig Firmen mit seinem Geld unterstützt und für sie Werbung macht, die genauso schlimme Dinge mit tausenden Lebewesen, die genauso fühlen und leiden können, durchführt um ihre Kosmetika zu testen…Kann ich absolut nicht nachvollziehen…

    Und dieses Geschrei nach Selbstjustiz und Todesstrafe finde ich wirklich ziemlich mittelalterlich und auf unterstem BILD Niveau…Der Mob, der meint, das Gesetz selber in die Hand zu nehmen, ist auch nicht wirklich besser, als der, der das Verbrechen begangen hat, finde ich.

    Ich finde auch, dass die Täter in Deutschland oft zu milde bestraft werden.Das sollte natürlich geändert werden…Aber überhaupt nicht zu bedenken, dass diese Menschen vielleicht (zumindest teilweise) aufgrund ner psychischen Krankheit so handeln, die sie sich auch nicht ausgesucht haben, finde ich schon ziemlich engstirnig. Das ist bestes schwarz-weiß Denken ;)

    zombiekatze

    17. Juni 2011 at 19:53

  5. ach Erbse, du sprichst mir aus der Seele… Es gibt einige Themen, wo ich einfach keine anderen Standpunkte akzeptiere, eins davon ist Tierquälerei und ein anderes die Todesstrafe bzw. der Umgang mit straftätern. sobald „diese bestien gehören zwangskastriert und erhängt“ höre hab ich keinen bock mehr auf die person. Und Rache ist einfach nur primitiv. Jmd aus rache zu töten ist nicht besser als jmd aus geldgier, geilheit oder sonstwas zu töten.

    zumal es rein wissenschaftlich totaler quatsch ist; härtere strafen haben keinen höheren abschreckungseffekt.

    ps: du hast einmal vergessen, den namen von „P“ unkenntlich zu machen. ich finds gut dass du s anonymisiert hast, aber etwa auf der Mitte der seite schreibst du ihn voll aus.

    Mausflaus

    17. Juni 2011 at 20:23

  6. Ach herrje. Danke für den Hinweis. Habe das gleich mal editiert.

    Erbse

    17. Juni 2011 at 21:38

  7. Das Wichtigste ist ja schon gesagt worden. Ich hatte die Diskussion mal im Unterricht in einer 9. Klasse. Da gingen auch die meisten davon aus, dass es gerechtfertigt wäre, einen Vergewaltiger/Mörder zu töten bzw. ebenfalls zu vergewaltigen, damit er mal fühlen kann, wie sowas ist. Dann wurde das berühmte „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ Beispiel angebracht und als „Widervergeltungsrecht“ gedeutet, dabei sollte es ja nur verdeutlichen, was zu diesem Zeitpunkt gängige Praxis war und es demnach anprangern, soweit ich das damals richtig verstanden habe…und keineswegs zu Selbstjustiz aufrufen.

    Aber erkläre solchen Menschen mal sachlich, ohne ausfallend zu werden (als Lehrer muss man ja sachlich bleiben!), dass selbst eine „Bestie“ noch eine Würde hat, die man ihm/ihr egal nach welcher schlimmen Tat auch immer, nicht nehmen darf.
    Das es Leute gibt, die psychisch krank sind, aus welchem Grund auch immer, die nicht anders handeln können bzw. in solchen Situationen nicht sie selbst sind. Das nicht jeder vergewaltigt und tötet, aus purem Spaß. Leider herrscht dahingehend ziemliches schwarz/weiß Denken vor.

    Auch in dieser Diskussion, die ich mit der Ethikklasse hatte kamen Sachen wie „Aber im Gefängnis geht es dem doch viel zu gut, der hat ein Bett, Essen, Arbeit und kostet unsere Steuergelder!“ Dabei ist eine Haft in einer Todeszelle und die anschließende Tötung mit all ihren bürokratischen Wegen, medizinischen Gutachten etc. viel teurer.

    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass niemand ein Recht haben darf andete Menschen mutwillig zu töten, egal aus welchem angeblichen Grund auch immer.

    Saskia

    18. Juni 2011 at 11:01

  8. Halleluja, einige scheinen ja noch im Mittelalter zu leben.

    Sorry, mehr qualifiziertes habe ich nicht beizutragen :D Ich kann mich zum Glück einfach den Kommentaren hier anschließen :)

    Mneme

    18. Juni 2011 at 19:53

  9. Ich bin sehr froh, dass ich nie in der Position sein werde, über solche Täter zu richten, denn ich kann eine ziemlich rachsüchtige Person sein… aber man muss zwischen der Rache des einzelnen und der Bestrafung durch die Gemeinschaft unterscheiden. Würde jemand einer Person, die mir nahe steht, so etwas schreckliches antun, würde ich wahrscheinlich alle Welten in Bewegung setzen, um denjenigen leiden zu sehen. Aber ich denke, als Gesellschaft darf man solches Handeln nicht unterstützen, gutheißen oder tolerieren.

    Diandra

    19. Juni 2011 at 18:26

  10. hallo ich denke das wir uns immer wieder klarmachen sollten das es hier nicht um trieb sondern um macht geht.der vergewaltiger und besonders der kinderschänder tut es doch nicht weil er nichtanders kann.oft sind es wirklich gestörte persönlichkeiten die so nicht klar kommen und dann glauben nun endlich macht zu haben.
    wir haben die macht uns nich mit ihnen auf eine stufe zustellen und sie trotzdem in ihre schranken zuweisen.würden wir selber töten würden wir unsere meschlichkeit verraten. wenn wir selber im knast landen oder anderweitig unser leben wegwerfen hat er doch sein ziel erreicht.immer gut hinsehen, sich nicht bange machen lassen
    ( du siehst auch in allem was) schwache stärken(du darfst nein sagen,) ist das einzig richtige.

    lg dagmar

    adlerhexe

    21. Juni 2011 at 22:40

  11. Das Gefühl, sich für ein solches Verbrechen (an sich oder am eigenen Kind) rächen zu wollen, kann ich absolut nachempfinden. Und trotz des Hasses und der Hilflosigkeit, die ich empfinden würde, bin ich froh, dass Selbstjustiz nicht erlaubt ist. Auch, dass es bei uns in Deutschland keine Todesstrafe gibt, finde ich sehr gut. Es gibt für ein solches Verbrechen keine „gerechte“ Strafe. Töten und Verstümmeln von Sexualstraftätern etc. ist keine Lösung und das Androhen solcher Strafen würde auch nichts verhindern. Für lange Zeit wegsperren und lebenslange Therapien sind zwar als Strafe nicht wirklich befriedigend, aber die einzige akzeptable Methode, die wir zur Zeit haben.

    Raine

    23. Juni 2011 at 10:01

  12. Ich bin bei solchen Sachen immer fassungslos. Sofort schreien alle, dass man den Kerl ja töten müsste und was weiß ich was. Guten Tag, bitte kommen Sie wieder auf den Teppich zurück! Denn faire Bestrafungen lassen sich in der Nachwärme von Wut selten finden. Und ich habe sehr oft das Gefühl, dass solche Leute das Problem schlichtweg loswerden und eben nicht lösen wollen.
    Oder wieso schreit man immer nach Todesstrafe anstatt nach Fördergeldern für die Forschung?
    Mal ganz zu schweigen davon, dass Todesstrafe für mich persönlich ein No-Go ist.
    Welches Recht habe ich, jemand anderm das Leben zu nehmen?
    Jeder Mensch hatte mal Träume. Jeder Mensch hatte mal den Wunsch, irgendetwas zu erreichen.
    Da sind auch Vergewaltiger, Mörder und Intriganten keine Ausnahme.

    Rea

    1. Juli 2011 at 18:19

  13. Tja..
    hier zweierlei Ansichten: In mir der gerechte Mensch, der der Meinung ist, dass auch Mörder und Co. eine „Chance“ verdient haben oder eben zumindest das Recht auf eine gerechte, „normale“ Strafe..

    dann spricht in mir die Mutter einer süssen, 4 Jahre alten Tochter. Im Gegensatz zu den meisten, die hier schreiben, brauche ich mir bloß vorstellen, dass ein Mensch meine Tochter gegen ihren Willen anfasst, oder noch mehr.. und ich fühle WIRKLICH, was ihr euch alle nur vorstellen könnt. Und durch meine Vorstellung ist das nur ein kleiner Teil dessen, was ich real fühlen würde. Ich würde innerlich zerbrechen. Und wie würe es mir und meinem Kind gehen, käme dieser Mensch nochmal frei? Würde eine „Therapie“ bekommen, die in den meisten Fällen nichts bringt? Und ich damit leben muss, dass es jederzeit wieder passiert? Strafe sollte abschrecken. Und 4 Jahre plus 2 Jahre Therapie tun es definitiv nicht für einen Triebtäter..

    ManuJosy

    2. Oktober 2011 at 07:34

  14. Bei derartigen Kapitalverbrechen ist der Ruf nach Lynchjustiz immer sehr schnell da, das will ich auch niemanden verübeln. Opfer, wie ihre Angehörigen, stehen dem ganzen ohnmächtig gegenüber. Man kann es nicht rückgängig machen, man kann es auch nicht wieder gut machen, also soll der Täter gefälligst selbst leiden und zwar mindestens doppelt soviel wie das Opfer.
    Natürlich ist da die Frage des „Prinzips“: soll ich einen Triebtäter jahrelang therapieren, wenn dessen Tod auf jeden Fall verhindert, dass er seine Tat wiederholt? In einem Rechtsstaat der Todesstrafe und Folter ausschließt ist natürlich jede Strafe für ein derartiges Verbrechen zu milde.
    Sicher, eine sauber vollzogene Todesstrafe würde eine Wiederholungstat ausschließen und die Versorgung des Verbrechers steht auch nicht mehr zur Debatte. Gäbe es auf dieser Welt ein perfektes Justizsystem, das jegliche Irrtümer ausschließt, würde ich vielleicht sogar dazu neigen.
    Aber 1.) gibt es kein perfektes Justizsystem und wird es nie geben, d.h. die Möglichkeit eines Justizirrtums wird immer gegeben sein, 2.) werden damit erstmalige Übergriffe damit genauso wenig verhindert (kann einem, der eines der abscheulichsten Verbrechen an einem anderen Menschen durchführt der Tod tatsächlich Angst machen?) und 3.) muss das Opfer trotzdem sein Trauma verarbeiten, und eine Patentlösung wie so etwas am Besten verarbeitet werden kann, gibt es noch immer nicht.

    Gerade nach dem Fall Kachelmann sollte man ein solches Urteil nicht vorschnell fällen. Genauso wie es Triebtäter schon immer gab, gab es auch schon verletzte Frauen, die in ihrer Ohnmacht auch nichts weiter wussten, als ihren ehemals Geliebten eines Kapitalverbrechens zu beschuldigen.
    Wenn ein Mann wegen der Aussage einer verletzten Frau zum Tode verurteilt wird und die Falschaussage würde eines Tages ans Tageslicht kommen. Soll die Frau dann auch zum Tode verurteilt werden?

    mauerunkraut

    2. Januar 2012 at 22:43


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