…in meiner Wärmflasche schlafen Sterne

Hallo :D

Traumschleife

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Ich bin nun schon einige Tage oder vielleicht sogar schon mehrere Wochen zurück. Mit Henrik natürlich. Wir leben in unserer kleinen Dachwohnung im Haus meiner Eltern. Wie vor vielen Jahren zuletzt. Als ob es schon immer so war und nichts zurückliegt was relevant wäre. Doch plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Henrik und ich haben gegen unseren Willen unsere eigentliche Wohnung verlassen und sie vergessen. Wir haben unser altes Leben, was wir so lieben, vergessen. Und hocken nun unter dem Dach auf dem Dorf, fernab von dem was wir wünschen, was wir bereits hatten. Ich rufe nach meinen Eltern, sage ihnen wir müssen sofort nach Kassel fahren. Wir müssen sofort nach Hause. Fahrt uns sofort heim! Bitte bitte! Und dann wird es plötzlich still. Die gesamte Erinnerung kommt wieder. In unserer Wohnung sind noch die Katzen und die Ratten! Die sind doch sicher längst verhungert, gar verdurstet. Ich werde hysterisch. Gerate in Panik und kann nicht glauben tatsächlich mein Leben und vor Allem meine Lieben vergessen zu haben. Wie konnten wir bloß so lange hier bleiben ohne zu merken, dass man uns braucht? Wir düsen los, auch wenn meine Mutter mich nur ungern gehen lässt. Sie würde mich am Liebsten immer bei sich behalten. Mein Papa ist auch traurig, dass wir sie wieder verlassen, aber er ist stark.

Die Fahrt war nur kurz. Wir sind angekommen und alles erscheint so unwirklich. Wo sind die Katzen? Ich traue mich kaum nach ihnen zu suchen. Die Wohnung hat sich verändert. Wie lange war ich nicht mehr hier? Ich bekomme es nicht zusammen. Zuerst entdecke ich den Kater. Er ist am Bein verletzt, sehr mager, aber er lebt. Ich atme auf. Die Katze hockt auf einem Regal. Ihr geht es gut. Als ich das Rattenzimmer betrete wird mir schlecht. Ich habe Angst vor der Wahrheit und traue mich nicht in die Käfige zu schauen. Ein übler Geruch steigt mir in die Nase. Mein schlechtes Gewissen ist so riesig und die Schuld lastet so wahnsinnig auf meinen Schultern, dass ich auf der Stelle aus meinem Leben schwinden möchte. Was habe ich getan? Was habe ich bloß getan?

Auf einmal werde ich durch ein lautes Miau! geweckt. Mimi kuschelt sich an mich und fordert morgendliche Streicheleinheiten. Ja, Frau Mimi. Alles was Sie wollen. Ich bin immer für Sie da.

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Written by Erbse

7. September 2010 um 09:50

Veröffentlicht in Ohne Kategorie, Soziale Phobie, Tiere

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4 Antworten

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  1. Wooow…hast du schlecht/viel gegessen, bevor du dich schlafen gelegt hast?
    Ohne groß über Traumdeutung philosophieren zu wollen, hast du wahrscheinlich selbst bereits etwas für dich draus interpretiert?
    Für mich sind solch krassen Träume auf jeden Fall Grund, mal über die Bilder darin nachzudenken.
    Ganz lieben Gruß… und ruhige Träume!

    Kathi

    7. September 2010 at 10:07

  2. Hallo Kathi,
    danke für deinen Beitrag. Ich freue mich immer von dir zu lesen.
    Leider ist das ein Traum der in ähnlicher Form alle paar Wochen auftaucht, seit dem ich vor fast vier Jahren mein Elternhaus verlassen habe. Ich knabbere da also schon eine ganze Weile dran rum und kenne auch einen großen Teil der Bedeutung dessen, was da auf mich einprasselt. Nun war es an der Zeit das ganze endlich mal grob aufzuschreiben, ich fühle mich jetzt auf jeden Fall ein bisschen gelöster, weil ich es teilen konnte.
    Danke, dir auch einen ganz lieben Gruß!

    Erbse

    7. September 2010 at 10:16

  3. Zerrissen, Eltern und „Kind sein“ und dagegen die eigene Verantwortung, mit all ihren Verpflichtungen, lieben , manchmal lästigen Verpflichtungen
    Ich glaube nicht so ungewöhnlich.
    Mir stehen die Tränen in den Augen, war es doch damals, als ich endlich auszog(mit 25, peinlich) so, das ich den Familienhund bei den Eltern gelassen habe, der um den ich mich gekümmert habe wenn was war. Herzschwäche, gebrochene Kralle, Diabetes. Es war die richtige Entscheidung (Hund aus Haus, Garten und weg von Frauchen und Herrchen zu reissen wäre gemein gewesen) und trotzdem hat es mich umgehauen dann irgendwann die brüchige Stimme meines Vaters am Telefon zu hören, „der Hund stirbt“, am 13. Oktober 93…..die Wildgänse zogen nach Süden……haben meinen Kaspar wohl mitgenommen, das jedenfalls mein Trostgedanke (bis heute).
    Die Träume die mich danach plagten waren deinem ähnlich.
    Nein, helfen tun meine Worte heute sicher nicht, heute haben mir deine Worte geholfen, weil es mir zeigt ich stehe mit solchen Ängsten nicht allein da.

    Tinka

    7. September 2010 at 11:03

  4. Es gibt Menschen die solche Träume nicht haben, das ist beneidenswert. Unter Angstträumen zu leiden ist schrecklich. Ich denke man muss lernen, aus ihnen zu lernen und sie so zu nutzen.
    Liebe Grüsse

    RinaVera

    7. September 2010 at 13:16


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