…in meiner Wärmflasche schlafen Sterne

Hallo :D

Deine Faust, mein Kinn

with 6 comments

Selam Internet-Welt,

ich brauchte eine Pause von dir. Aber ich bin wieder aufgestanden, nachdem du mir ins Gesicht geschlagen hast. Und ich hab‘ dich immer noch lieb. Wärst du nicht stets so launisch. Manchmal aufbrausend, manchmal ganz still, manchmal ansteckend, manchmal verletztend. Du bist nicht eins, du bist viele. Eine riesige soziale Gruppe. Lauter kleine Ich’s die sich zusammensetzen wie die einzelnen „Pixel“ von Facettenaugen einer Fliege etwa. Zusammengesetzt zu einer riesigen Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, die nicht immer alles so gemein hat und oftmals eher gemein ist. Ohne Rücksicht auf Verluste. Auf Verluste aus den eigenen Reihen. So ist es dir meistens egal, wenn du einen Teil von dir an der Achilles-Ferse triffst. Diesen Teil von dir lahm legst. Für einige Zeit. Nicht Jeder erholt sich nach einem Schlag so gut wie ich es versuchte, nicht getan habe. Du hast mir meine Unsicherheit in deiner Gemeinschaft zurückgegeben. Ich habe mich von dir behütet gefühlt. Ich fühlte mich aufgehoben. Du hast mir das Leben in der anderen Welt erleichtert. Ich konnte viel durch dich lernen, viel ausprobieren und üben. Mich manchmal durch dich vorbereiten. Mich sicher fühlen. Aber mein Weltbild wurde mit diesem Schlag brüchig. Du kannst bestimmt verstehen, dass ich eine Weile brauche um mich von diesem Schmerz zu erholen. Womöglich weisst du nicht mal, was du in mir ausgelöst hast. Du musst mich doch eigentlich besser kennen, dachte ich mir als deine Faust mein Kinn traf.

Aber ich glaube du hast gar nichts verstanden.

Ich verzeihe dir.

Die Tiere draußen schauten von Schwein zu Mensch und von Mensch zu Schwein, und dann nochmals von Schwein zu Mensch; aber es war bereits unmöglich, zu sagen, wer das Schwein und wer der Mensch war.“ – George Orwell „Farm der Tiere“

Kasseler Herkules, 27.06.2010 (Klicken für größere Fotos)

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Written by Erbse

30. Juni 2010 um 10:57

6 Antworten

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  1. ..und manches Mal trifft es das Herz, mit spitzer Waffe, dass die Stiche einen erst recht das Leben süren läßt.
    …ein anderes Mal lieg‘ ich am Boden und der Fuss, der mir auf die Rippen tritt, läßt allen Atem aus mir weichen. Wenn er von mir abläßt…kehrt auch der Hauch von Leben wieder.
    Selam, Erbse!

    Kathi

    30. Juni 2010 at 11:10

  2. Dieser Eintrag trifft mich. Wie schrecklich! Ich weiß gar nicht was ich schreiben soll.
    Nun, ich sitze hier an meinem Laptop und denke an dich, wünsche dir, liebe Erbse, dass es dir bald besser geht.
    Es tut mir leid.

    RinaVera

    30. Juni 2010 at 12:59

  3. Du beschreibst das Internet sehr eindrucksvoll.
    Aber schlechte Erfahrungen machen uns nur stärker!
    Vielleicht bist du jetzt misstrauischer. Aber eventuell ist es genau der Schutz, den du jetzt brauchst, um zukünftig besser auf ähnliches reagieren zu können.
    Ich weiss zwar nicht, was passiert ist, aber ich hoffe für dich, dass der „Faustschlag“ bald nur noch eine ferne Erinnerung ist.

    Raine

    30. Juni 2010 at 21:52

  4. OMG!! Henrik hat dich wirklich geschlagen!?!? was für ein scheisskerl!!! ohne ihn bist du echt besser dran! tut mir echt leid für dich, hoffe du kommst schnell über ihn hinweg! lg

    Lena

    6. Juli 2010 at 18:57

  5. @Lena
    Hier geht es nicht um Henrik.

    Erbse

    8. Juli 2010 at 09:35

  6. Das würde mich auch stark wundern wenn es hier um Henrik gehen würde…hab ich mir aber schon gedacht :)

    Tine

    12. Juli 2010 at 19:17


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