…in meiner Wärmflasche schlafen Sterne

Hallo :D

Angstwütende Fäkalien

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Zusammenfassend: Abend im MT, Sozial-Pobiker unter sich, Kot-Geschichten & Angstwütende Erbsen

Selam Welt,

es ist mal wieder einiges passiert. Das letzte Wochenende war super, auch wenn ich zumindest vom Ende kaum mehr etwas weiss. Ich war seit vielen Jahren das erste Mal wieder in den Nachthallen in Kassel, Mittelaltertanznacht. Die Angst war riesig, aber da viele Freunde mit von der Partie waren, habe ich es gut überstanden und sogar Spass gehabt. Danke. <3 Ich geriet nur einmal in Verlegenheit als mich eine hübsche junge Frau ansprach und fragte ob ich die Erbse von YouTube sei. Vermutlich habe ich mich total seltsam verhalten, weil ich so perplex war, aber die Situation war ja auch mehr wie ungewöhnlich. Hätten wir uns in einem ruhigen Café getroffen, wäre das ganze wohl besser gelaufen. Aber auch so, trotz lauter Musik und Alkohol, empfand ich die Begegnung als sehr nett. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.

E. brachte einen alten Schulfreund mit, der uns alle noch nicht kannte und auch eher schüchterner Sorte ist. E. hat mir zuvor einiges über ihn erzählt und da sich unsere Probleme wohl teilweise überschneiden, hatte ich ein besonderes Auge auf ihn. Mich interessierte wie er sich vor Fremden gibt, fand einige Gemeinsamkeiten. Allerdings überspiele ich in solchen Situationen ganz gerne meine Angst und wirke daher auf andere überaus selbstbewusst, das macht er nicht. Ich sprach ihn auch einmal an, hoffte auf ein kurzes nettes belangloses Gespräch. Aber er brachte auf meine Fragen oder Aussagen nur knappe Worte hervor. Irgendwann wusste ich auch nicht mehr weiter. Meine Anspannung wuchs. Und so standen sich zwei psychisch kranke Menschen gegenüber, verlegen, verängstigt, ohne ein Wort zu sprechen. Peinlich. Aber irgendwie auch Situationskomik.

Das war letztes Wochenende. Diese Woche lief einigermaßen gut. Henrik war selten zu Hause, wegen zahlreicher Vorstellungsgespräche und ich schaffte mal mehr, mal weniger im Haushalt und andere Dinge, die ich mir vornahm. Hab’s auch einmal allein vor die Tür geschafft um ins DM zu gehen. Blöderweise ohne Einkaufszettel und vor lauter Angst habe ich selbstverständlich die Hälfte vergessen. Ich sollte es nach so vielen Jahren eigentlich besser wissen. Aber was soll’s. Belanglos.

Weniger belanglos war der heutige Tag. Fangen wir erstmal mit banalen Kot-Geschichten an und kommen wir dann zum wütenden Finale. Floyd, der männliche Part unserer zwei Katzen, hatte heute mächtigen Durchfall. Ich tippte ohne Vorahnung gerade eine Email, als ich einen bestialischen Kot-Geruch wahrnahm. Fäkalien. Sofort huschten sämtlichen Horror-Szenarien durch meinen Kopf… die getränkt waren von vergangenen Erfahrungen mit unseren Langhaarkatzen. Yummy. Hinter mir, auf Henriks Drehstuhl, saß Floyd. Er starrte mich an. Und ich hatte das Gefühl er wusste ganz genau was nun passieren würde. Wir sahen uns in die Augen, sein linkes zuckte und Schwupps! sprang er auf und rannte davon. Dieser Mistkerl, dachte ich nur. Auf Henriks Drehstuhl hinterließ er eine beachtliche braune Bremsspur. Als ich das Wohnzimmer betrat, fand ich auf dem gesamten Fußboden reichlich mehr. Auch die eine der Sofa-Lehnen musste leiden. Im Flur ging es weiter… sie führte mich bis zum Katzenklo, wo nur ein kleiner flüssiger Haufen zu sehen war. Mit Verlaub, ich versuche wirklich mich mit einer ausführlicheren Beschreibung zu zügeln. Aber es wäre nicht dramatisch genug, würde ich von „Stuhl“ hier und da schreiben. Es war überaus dramatisch. Floyd sauste derweil hinter’s Sofa. Du Drecksack, dachte ich nun. Ich lugte ebenfalls dahinter, aber meine Arme waren einfach zu kurz. Er starrte mich an und sagte: „Mü Mrraui Muuu!“ – Ich übersetze euch das mal eben… „Ha ha! Ich sitze hier mit meinem vollgeschmierten Hinterleib, meine Pfoten sind auch schon ganz braun und mache die gesamte Wohnung dreckig. Ha ha! Und das tolle daran ist: Diesmal wirst du mich nicht nie niemals nicht kriegen!“ – Du verdammter Arsch, fluchte ich. Der macht das doch mit voller Absicht, dachte ich. Ich halte unseren Kater für ziemlich intelligent, aber in diesem Moment wünschte ich mir er sei‘ so zurückgeblieben wie Mimi, die den ganzen Tag treudoof alles mit sich anstellen lässt. In der Zwischenzeit bereitete ich schon mal das Badezimmer vor. Katzenhandtücher bereit, Handschuhe bereit, mildes Shampoo bereit, Duschvorhang aus der Badewanne genommen – Und ob! Jetzt bist du dran, rief ich. Aber es dauerte dann doch eine halbe Stunde in der ich schon mal den ganzen Kot in den Zimmern beseitigte. Floyd kam erst wieder hervor, als ich so tat als ob nichts wäre. Ich saß wieder am PC. Er lugte irgendwann zur Zimmertür rein um zu prüfen ob ich auch wirklich dort sitze und beschäftigt bin. So ein Dummkopf, lachte ich. Und im selben Moment sprang ich auf, rannte auf ihn zu und bekam ihn gerade so zu fassen. Das ich mich dabei tierisch einsaute, war mir in diesem Moment des Triumphes total egal. Ich steckte ihn also in die Badewanne und Woohooo! ab ging das Spektakel. – Haustiere machen so viel Spass. :D

Wer den Blog-Eintrag bis hierhin gelesen und nun noch Lust auf eine Portion Jammerei und Idiotie hat, soll gerne weiterlesen. Seit 1 1/2 Jahren nun schon versuche ich beim Arbeitsamt Sozialleistungen einzufordern. Durch mehrere unabhängige und durch Ämter eingeforderte Gutachten bin ich in allen Belangen nicht arbeitsfähig, da psychisch schwer krank. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass es einfacher wäre, wenn ich halbseitig gelähmt und andere schlimme körperliche Dinge vorzuweisen hätte. Doch so werden mir jede Menge Steine in den Weg gelegt, weil man mir körperlich nun kaum etwas davon ansieht. Wenn ich bei einem Amtstermin umkippe oder in Tränen ausbreche, zusammenbreche, unterstellt man mir noch ich würde simulieren. Trotz dutzender Gutachten in denen Dinge über mich stehen, die mich immer wieder selbst verzweifeln lassen, obwohl ich meine eigenen Umstände ja kenne.  Sein 1 1/2 Jahren versuche ich nun also zusammen mit dem Rechtsschutz das was mir zusteht einzufordern. Aber stattdessen werde ich von A nach B geschickt. Ich fühle mich nicht für voll genommen, die Ämter melden sich über Wochen nicht, geben offen zu, dass sie so einen Fall noch nie hatten. Hätte ich Henrik und meine Familie nicht an meiner Seite wäre ich total am Arsch. Die Hürden, die wir in dieser Zeit (unabhängig von dem ganzen anderen Mist) auf uns nehmen mussten, waren nicht leicht zu überwinden. Höhepunkt war ein Termin, wo eine Mitarbeiterin so rücksichtlos, unhöflich war, dass ich zusammenbrach. Sie hielt sich in ihrer beleidigenden Art dennoch nicht zurück und dreschte weiter. – Heute kam ein Brief an. Bei genau dieser Frau habe ich nächsten Dienstag wieder einen Termin. Ich kann nicht in Worte fassen wie viel Angst ich davor habe. Meine Hände zittern, wenn ich darüber schreibe, wenn ich daran denke. Mir wird schlecht und ich kann einfach nicht fassen, weshalb das alles so geschehen darf. Ich wollte in meinem Beitrag heute detailliert darauf eingehen, aber ich schaffe es nicht. Ich kann es einfach nicht niederschreiben.

Furcht besiegt mehr Menschen als irgend etwas anderes auf der Welt.” – Ralph Waldo Emerson

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Written by Erbse

23. April 2010 um 13:52

12 Antworten

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  1. Mh…..das erste Mal das ich wirklich entsetzt bin.Wenn der Kater Durchfall hat, dann hat er den nicht vorsätzlich um dich zu ärgern. Und sicherlich hast du Recht und er ist intelligent, aber eigentlich ist es doch ein bedauernswerter Fall. Wenn Hubert die Scheißerei hat passieren ihm auch Malheure und er versucht auch der Wanne zu entkommen, aber eigentlich ist es fast so als ob er sich schämt.Inzwischen ist es so das ich Angst bekomme wenn er dollen Durchfall hat, ist das erste Zeichen dafür das er unterzuckert ist, kann es sein. ich kann jetzt nicht glauben das dein Kater so ein Mistvieh ist. Es kommt ihm einfach aus dem Arsch gelaufen, wo er geht und steht und sicher hat er Angst vor deiner Reaktion, aber da Katzen die Reinlichkeit wichtig ist, denke ich nicht das er durch die Wohnung läuft und sie absichtlich zu scheißt. Ich meine, ich kenne auch das Provo-Pissen…..aber ich denke Durchfall ist schon was anderes.
    Ansonsten…..ja das mit dem Amt……oje, weißt du, ich hab mir so oft gewünscht nen „Freischein“ der psychischen Art zu haben, anstatt „nur“ was körperliches(oberflächlich betrachtet), mir kam es immer so vor das würde besser ziehen. Wohl ein Irrtum. Letztlich ist es so: Bist du nicht leistungsfähig bist du nichts, wenn du es nicht mal schaffst klar zu machen das du nicht leistungsfähig bist, biste Simulant…..hahahah (ein sehr, sehr bitteres!)

    Tinka

    23. April 2010 at 14:14

  2. Hallo Tinka,
    keine Sorge. Ich weiss natürlich, dass Floyd das nicht macht um mich zu ärgern. Er ist auch schon eine zeitlang wegen Durchfall (immer mal wieder hat er den) in Behandlung. Damit ist selbstverständlich nicht zu spaßen. Versteh‘ mich bitte nicht falsch. :) Aber manchmal gibt es Momente wo es einfach nur ärgerlich ist, dass ausgerechnet dann so eine kleine Katastrophe passiert. Das ist natürlich unbequem, aber dennoch mach‘ ich es gerne, weil mir meine Tiere doch das Wichtigste sind.

    Ich wünsch‘ dir einen sonnigen Tag. :)

    Erbse

    23. April 2010 at 14:18

  3. Mutig ist nicht wer keine Angst hat, sondern wer trotz seiner Angs Schritte setzt, sie zu überwinden.

    :)

    Julia

    23. April 2010 at 14:41

  4. Okay, ich bin beruhigt. Bei Durchfall klingeln bei mir alle Alarmglocken, ich kann sehr sauer werden wenn eine meiner Katzen meint irgendwo hin pinkeln zu müssen…..verdammte Diven ;-)

    Tinka

    23. April 2010 at 14:54

  5. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für den kommenden Termin! Wann ist der denn in etwa?

    Liebe Grüße :)

    Nina

    23. April 2010 at 15:33

  6. das ist zwar scheiße (im wahrsten sinne des wortes), aber die miez kann doch nix dafür und angenehm ist durchfall für die auch nicht grade.
    und wenn man schimpft macht mans noch schlimmer, dann rennen sie vor einem weg durch die ganze wohnung… durchfall haben meine zwar nicht oft, aber dafür kotzen sie umso mehr ^^

    Mausflaus

    23. April 2010 at 18:01

  7. Hallo Mausflaus. :)
    Selbstverständlich war das für ihn unangenehm, deshalb hat er sich ja auch versteckt. Ich habe ihn nicht geschimpft, ganz im Gegenteil. In solchen Momenten ist es manchmal nicht so leicht über so eine kleine Katastrophe hinwegzusehen und regt sich innerlich auch mal ganz gut auf, wenn in der ganzen Wohnung Kot verschmiert wurde. Spüren lasse würde ich das Floyd aber nie. Er hat die Darm-Probleme schon länger und ist deshalb auch in Behandlung.
    Ich fürchte mein Galgenhumor im Abschnitt über ihn ist leicht nach hinten losgegangen. :)
    Lieben Gruß!

    Erbse

    23. April 2010 at 18:07

  8. Na, gute Besserung an den Kater! Wenn ich auf die Katze einer Freundin aufpasse, muss ich mich auch immer zusammenreißen, um ihr nicht einfach ne Windel zu verpassen. (Sehr alte Katze, welche manchmal einfach zu langsam ist, um es noch bis zum Katzenklo zu schaffen…) Aber wenn der Mensch sich Katzen in der Wohnung hält, muss er das ertragen können. ;-)

    Für deinen Gang zum Amt wünsch ich dir aber viel Mut. Es ist immer schwierig, sein Recht einzufordern, wenn man auf so viel Unverständnis stößt. Wenn es geht, versuch mich jemandem zusammen dort hin zu gehen. Vielleicht hilft dir das.

    Raine

    23. April 2010 at 21:21

  9. Gna~. Nicht „mich“, sondern „mit“. Und dort hinzugehen…dorthin zu gehen?…die deutsche Rechtschreibung hasst mich. :-/ Du weißt ja, was gemeint ist. :-D

    Raine

    23. April 2010 at 21:27

  10. Hahaha, die Katergeschichte ^^ (Wie kann denn irgendwer denken, du habest da kein Augenzwinkern dabei, ts…) Habe mich und meinen Hund durchaus darin wiedergefunden, so dass ich nun mal direkt hier einen Gruß hinterlasse. : )
    Großer Respekt für deinen Einsatz mit den Tieren, sowas bedeutet gerade auch wenn man mit sich selbst schon viel zu tun hat eine Menge!
    Für den Amtskram viel Glück und ein möglichst dickes Fell.
    Kabi

    Kabi

    1. Mai 2010 at 00:11

  11. P.S. Ich weiß, das ist jetzt ein bißchen gaga, aber ich muss klarstellen, dass mein Hund noch nie quer durch die Wohnung gekackt hat. Gekotzt ja, aber nicht gekackt. Gepinkelt…was zerstört…mal den Poppes irgendwo abgewischt wenn da was nicht gestimmt hat…Aber das, so, nicht. So, jetzt kann ich ihm wieder in die Augen gucken. ; )

    Kabi

    1. Mai 2010 at 00:21

  12. Alle sozialphobischen Krankheiten werden gerne oft von denen als Ausrede benutzt, die eigentlich einfach nur „keine Böcke“ auf Arbeit haben.. nur das ist der bescheuerte Grund, dass einem nichts mehr geglaubt wird / geglaubt werden kann.. es ist traurig.. und es ist ein langer Weg, bis mal etwas geregelt laufen kann.. :(

    ManuJosy

    1. Mai 2010 at 22:34


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