…in meiner Wärmflasche schlafen Sterne

Hallo :D

Versunken im Sumpf

with 8 comments

Salem aleykum,

an Tagen wo man alles verdrängt und den ganzen Tag an einem Platz in der Wohnung verbringt, ohne wirklich etwas zu schaffen, ist es dennoch schwer das zu verdrängen was einen dazu verleitet. Man hockt depressiv auf einem Stuhl, schaut in einen eckigen Kasten und lässt sich von seinem Inhalt berieseln. Regelrecht flüchtet man sich in diese Traumwelt, voller Ewigkeit, alles was das Herz begehrt. Zumindest glaubt man das. Kommt die Realität dann doch mal zu Nahe, bekommt man Angst vor diesem Hieb. Man flüchtet sich noch weiter in diesen Kasten und möchte am Liebsten alles drumherum völlig vergessen. Man möchte das Leben vielleicht sogar im Kasten führen, aus Angst vor der echten Welt. […]

Die letzten vier Tage habe ich fast wie ein „normaler“ Mensch gelebt. Ich war zwar kaum vor der Tür, aber ich habe nicht den Haushalt vernachlässigt, habe für das Fernstudium gelernt und ausgiebig gebacken und gekocht. Ein bisschen habe ich gespürt wie es ist zu leben. Das Leben zu leben wie ich es mir vorstelle und wie ich denke, dass es zu sein hat. Ich war wahrlich lebending und mir tat es gut. Der Höhepunkt war der Restaurant-Besuch im Kasseler Abessina. Ein ostafrikanisches Lokal. Für Jeden war etwas Leckeres dabei. Wir verbrachten Stunden dort und es tat uns gut. Mir tat es gut. Es war schön wie ein „normaler“ Mensch in der Öffentlichkeit zu sitzen und es sogar ein Stückchen genießen zu können. Ohne Angst beim Essen beobachtet zu werden, sich in irgendeiner Weise bloßgestellt zu fühlen. Ich habe mich sogar getraut ein paar wenige Fotos zu schießen. Normale Dinge schienen plötzlich wirklich irgendwie normal. – Diese Höhen haben aber auch Nachteile, man blickt zurück und man erkennt, was man alles vernachlässigt hat, nicht getan hat. Wie gänzlich unbeteiligt man eigentlich ist. […] Ich weiss, dass diese Phase bald wieder vorbei sein wird und das ich mich weiterhin sehr anstrengen muss um irgendwann dies alles wirklich für Normalität zu halten. Ich werde diesen Gedanken, diese Erlebnisse hochhalten und von meinen positiben Gefühlen kosten, sobald ich wieder im Sumpf versunken bin.

Ich weiss weshalb Menschen ohne ersichtliche Aufgabe so faul und lustlos erscheinen, obwohl sie alle Zeit der Welt für alles Mögliche hätten.

Wochenende, ich komme. Irgendwie!

And there’s no map and a compass wouldn’t help at all“ – Björk (Human Behaviour)

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Written by Erbse

26. März 2010 um 14:25

8 Antworten

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  1. Auch „normale Menschen“ sind nicht immer normal. Ich glaube, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, etc. steckt in jedem von uns, nur jeder kommt anders aus diesem Loch wieder raus.
    Sogesehen, suche lieber nicht die Normalität, sondern deinen persönlichen Optimalzustand. :-)

    P.S.: Dein Sitebar-Hamster ist sehr niedlich…und ziemlich verfressen. xD

    Raine

    26. März 2010 at 16:11

  2. Diese Gefühl der „Lähmung“ plagt mich momentan auch.

    Eigentlich sollte ich für’s Abitur lernen, aber vor Angst, nicht genug zu lernen, will ich mich am liebsten verkriechen und die Augen davor verschließen.

    So habe ich vorhin stundenlang ferngesehen und konnte, obwohl nur Mist lief, einfach nicht abschalten.

    Aber irgendwie gelang es mir doch, mich aufzuraffen.

    Liebe Grüße!

    Nina

    26. März 2010 at 16:50

  3. Wenn ich das lese, will ich dich einfach nur in den Arm nehmen und dir die ganze verrückte Welt zeigen und dir damit zeigen das Normalität einfach nur überbewertet wird und du *alles* kannst.

    deine Dodo.

    Doudoux3

    26. März 2010 at 17:16

  4. hört sich gut an :-) es ist auch vollkommen okay, zu gammeln. mein therapeut sagt, man solle da kein schlechtes gewissen haben, sondern sich klar machen dass man sich „Ruhe und Erholung“ gönnt ^^
    ich werd immer total bescheuert wenn ich zu oft zu lange allein zuhause bin. klassisches „mir fällt die decke auf den kopf“ – deswegen bin ich froh dass ich durch uni bzw. job dazu mehr oder weniger gezwungen bin, vor die tür zu gehen und beschäftigt bin. es ist zwar auch wichtig, zu lernen mit sich selbst klarzukommen, aber abwechslung tut auch schonmal ziemlich gut.

    Mausflaus

    26. März 2010 at 19:00

  5. So in etwa das was Raine geschrieben hat, wollte ich auch schreiben! :D

    Mäh

    26. März 2010 at 21:15

  6. Hallo Süsse!
    Also ich gammel auch einfach mal rum, ich finde das muss auch einfach mal sein, aber zZ. stehe ich meist immer sehr unter Strom, so das ich immer irgendwas mache und nun ist schon wieder mein Urlaub vorbei und immer noch nicht richtig relaxt :( !

    Hab bloß klein schlechtes Gewissen!!
    Das was du sonst noch so geschrieben hast klingt doch alles sehr sehr positiv, diese unbeschwerten Momente werde immer mehr werden, ich glaube da ganz fest an dich <3 !!!

    Ansonsten schließe ich mich meinen Vorgängern hier an, sie haben schon viel geschrieben, was ich auch denke, und ich möchte mich hier nicht wiederholen :)!

    Vorallem das von "Raine" stimme ich sehr sehr zu!!!

    Hab dich lieb, deine Anika <3

    Anika

    26. März 2010 at 23:47

  7. Es gibt keine verlorene Zeit, auch die Stunden der Misere gehören dir allein.

    Ava Odoemena

    2. April 2010 at 23:26

  8. Huhu! :-) Bin gerade über das BJ-Forum auf Dein Blog gestossen (heiße da auch gogo) und kann mich in vielem, was Du schreibst, wiedererkennen. Ich leide zwar nicht an Sozialphobie sondern Agoraphobie, aber vieles überlappt sich ja bei diesen Angststörungen. Diese „normalen“ Momente liebe ich auch und geniesse sie aus vollen Zügen, weil sie auch bald wieder vorbei sein können. Und genau so kenne ich diese Wehmut über die verlorene Zeit, die einem die Sch**** Angst genommen hat :-( Trotzdem, nie aufgeben!!
    Ratten habe ich übrigens auch…. und seit Ostern auch ein Blog hier, wenn auch noch nicht viel drinsteht ;-) Aber ich arbeite dran.
    Ganz liebe Grüße *knuddel*, gogo

    Bunbugogo

    7. April 2010 at 21:10


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