…in meiner Wärmflasche schlafen Sterne

Hallo :D

Ratte = Mensch

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Selam einsame Welt,

seit gestern sitzt das nun sechs Tiere große Rattenrudel zusammen im Integrationskäfig. Zuvor waren es drei Gruppen. Eine zweier Mannschaft, meine geliebten Su Kizlar… Didem und Damla machten mir auf Grund ihrer Dominanz am meisten Sorgen. Das Dreier-Team Noir et Blanc und Gänseblümchen, die ziemlich verhalten und passiv sind. Und letztlich mein dicker Polarbär-Mann Rocco, der leider lange Zeit alleine lebte. Die Integration dauerte nun Ewigkeiten, weshalb es mich um so mehr freut den Schritt gestern gegangen zu sein und sie jetzt in einem Käfig umherlaufen zu sehen. Die fünf Mädels haben sogar schon die Nacht und den Tag miteinander in einem Körbchen verbracht. Rocco hingegen schlief ganz unten im Käfig, allein. Ich mache mir größte Gedanken um ihn. Er eckt ziemlich an, weiss nicht was er mit den Mädels anfangen soll und hat reichlich Probleme Anschluss zu finden. Rocco scheint neugierig, aber jeder Schritt auf die Frauen endet in einem Kleinkrieg. Wie muss sein bisheriges Leben verlaufen sein? Man fand ihn damals bei Regen vor einer Kaninchennothilfe in einem Karton, ganz allein. Als er hier ankam war er relativ scheu, aber man merkte, dass er Menschen mehr kannte als seine Artgenossen. So wurde er zügig kastriert um Anschluss im Rudel zu finden. Hier sind wir.

Ich vergleiche diese sozialen Tiere und ihre ganzen Gefüge gerne mit uns Menschen. Das Rudel als Zentrum und als Gesellschaft im Leben der Ratte. Im Leben eines jeden Menschen. Wie muss es sein? So isoliert, so ohne den Hauch von sozialem Kontakt? Er ist Sozial-Phobiker wider Willen. Wie alle Sozial-Phobiker. Er wurde so gemacht, wie ich so gemacht wurde. Bloß hat er nicht die Chance aus eigener Kraft in das “normale“ Leben zu finden. Er braucht die Hilfe von einer anderen Art, dem Menschen. Wäre er nicht durch viele glückliche Umstände hier her gelangt, was wäre bloß aus ihm geworden? Er ist keine Ratte, so wie ich manchmal kein Mensch bin. So gerne möchte ich ihm sagen, dass ich ihn verstehe. Doch diesen Weg muss er letztlich alleine gehen. Ich konnte ihn nur ebnen, wie mir Henrik meinen Weg ebnen konnte. Er ist ungeschickt im Umgang mit Artgenossen, er ists stets unsicher, verliert die Kraft schnell und findet nur in seinen Träumen die Ruhe, die er sich so sehr ersehnt. So sehr wie ich mir meinen Seelenfrieden ersehne.

So sehr wie ich mir meinen Seelenfrieden ersehne.

Man kann sich auch in Gesellschaft anderer einsam fühlen.” – Richard von Weizsäcker

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Written by Erbse

1. Februar 2010 um 19:24

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