…in meiner Wärmflasche schlafen Sterne

Hallo :D

In der Vergangenheit bohren

with 2 comments

Selam Welt,

es ist irgendwie seltsam. Ständig, wirklich ständig, versuche ich mein Leben in den Griff zu bekommen. Ich bin dabei ziemlich kreativ. Bisher hat aber nichts davon so richtig geholfen. Mich plagen hin und wieder Alpträume. Als ich heute aufwachte, brauchte ich einige Minuten um zu reflektieren. Der Traum war noch so nah und so real, dass ich gezwungen war in meinem Elend liegen zu bleiben und darüber nachzudenken. Wieder mal. Diese  Träume wiederholen sich ständig. Die Vergangenheit holt mich immer ein. Und ich werde diese Träume wohl erst los sein, wenn ich nicht mehr bereue was damals alles passiert ist. Es ist nicht so, dass ich etwas dafür könnte. Ich war zu einigen Schritten gewissermaßen gezwungen. Aber das zählt letztendlich nicht, denn das Ergebnis bleibt das Gleiche. Ganz egal was für Motive dahinter stecken. So sehen das übrigens auch die Außenstehenden, die die keine Ahnung von etwaigen Hintergründen haben. Sie sehen nur das Endprodukt und urteilen darüber.

Am vorgestrigen Abend habe ich nach gefühlten Ewigkeiten Eva wieder gesehen und in die Arme geschlossen. Ich war wirklich froh. Gleichzeitig hatte ich aber auch Angst. Nicht etwa vor ihr, denn vor ihr fühle ich mich zunehmend freier. Unser Ziel war eine unbekannte Wohnung mit zwei unbekannten Menschen darin. Es ging um Ratten. Wir unterhielten uns zu Viert noch eine Weile im Wohnzimmer. Die Fremden waren nett. Aber ich fühlte mich zeitweise dennoch unwohl. Dafür konnten sie allerdings nichts. Sie hielten mir unbewusst immer wieder den Spiegel vor. Die Unbekannte studiert. Der Unbekannte studiert auch. Eva hat eine wundervolle Ausbildung, die sie unheimlich glücklich zu machen scheint. Und ich… ich wurde darauf angesprochen was ich mache. Dieser verbale Faustschlag, obwohl es keiner sein sollte, hat mich überraschend getroffen, obwohl ich eigentlich darauf vorbereitet gewesen sein müsste.

Zurück zum Alptraum. Er wird mich heute den ganzen Tag noch quälen. Ich saß plötzlich vor dem alten Klassenzimmer meiner alten Schule und fast alle waren da. All‘ meine alten Klassenkameradinnen und Kameraden. Es schien als ob die Zeit dort stehen geblieben wäre und nur wenig davon vergangen sei, seitdem ich die Schule verlassen hatte. Meine Mitschüler studierten nicht, hatten noch keine Jobs, wie es in der Wirklichkeit ist. Sie wollten alle Kontakt zu mir und sie waren auf dem Weg zum Abitur… wie ich auch… im Traum. Es war als wäre ich nur wenige Monate weg gewesen. Sie schrieben mir den neuen Stundenplan auf, stellten mir etwaige neue Klassenkameraden vor, hinterfragten nicht meine Gründe für die lange Abstinenz. Alles war gut und ich wusste ich würde so auf ganz reguläre Weise meine Zukunft beim Schopfe packen. Gegen Ende des Traumes wurde mir aber bewusst, dass es nun fast sechs Jahre her ist als ich die Schule in Wirklichkeit verlassen hatte und ich sicher nicht einfach herkommen und am Unterricht teilnehmen könnte. Erst recht nicht ohne den Schuldirektor davon informiert zu haben. Ja, in Wirklichkeit sucht Niemand meiner alten Freunde Kontakt zu mir. Niemand hilft mir beim Stundenplan und den neuen Lehrern. Es ist fast so, als ob es diese Freundschaften gar nie gegeben hätte. Diese Einheit die wir mal waren, ist längt zersprungen. Ob sie manchmal über mich nachdenken? Oder ob sie sich fragen wie es mir so ergeht? Was sie wohl denken mögen… Ich schätze es wird nichts Gutes sein. Ich habe sie in ihrer Euphorie höchstwahrscheinlich so sehr mit meinem Verhalten irritiert, dass sie in mir eine falsche Schlange sahen. Oder sehen? Gerne würde ich mich bei jedem Einzelnen erklären wollen. Nicht nur erklären, ich würde sie zwingen wollen mich und vor Allem mein damaliges Ich zu verstehen. Ich möchte es in sie hinein prügeln, damit sie nicht mehr so schlecht von mir denken. Aber das geht nicht. Ich muss lernen an der Zukunft zu arbeiten, anstatt mich an die Vergangenheit zu klammern.

„Ters giderse insanın işi, muhallebi yerken kırılır dişi.“ – Türkisches Sprichwort

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Written by Erbse

11. Dezember 2009 um 11:48

Veröffentlicht in Ohne Kategorie, Soziale Phobie

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2 Antworten

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  1. Ich weiß genau an wen sich deine Zeilen richten. Aber ich kann ein wenig nachvollziehen was du meinst. Früher waren wir alle so gut befreundet und inzwischen merkt man davon rein gar nichts mehr. Ich find es sehr schade, dass sowas in die Brüche geht, aber um ehrlich zu sein, kenn ich es nur noch so.
    Ich hoffe dir geht es nicht zu schlecht und du wirst deinen Weg im Leben noch gehe, davon bin ich überzeugt.
    hdl

    Ina

    11. Dezember 2009 at 13:27

  2. Oh mir fällt gerade auf ich hab ein „nicht“ vergessen! … Sollte eigentlich heißen:
    Ich weiß nicht genau an wen sich deine Zeilen richten.

    Ina

    11. Dezember 2009 at 13:52


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