Gespeichert unter: Ohne Kategorie | Schlagworte: Andrè, Bauchschmerz, Dr. K., Einkaufen, Eva, Geburtstag, Klaus, Nani, Piercing, Psychologin, Umzug
Selam Welt von jetzt,
gestern war Geburtstag. Meiner. Ich bin jetzt 21 Jahre alt. Wie das so ist? Weiss nicht… – Natürlich war Nani, meine Frau Mama zu Besuch. Sie kam recht früh am Mittag und stand vor geschlossener Türe, weil ich mit Henrik noch beim Tierarzt war. Kläuschen hat einen großen Abzess hinter dem linken Ohr, der den Gehörgang angegriffen hat. Er wurde operiert und ist nun wieder am genesen, hoffentlich. Passiert natürlich immer dann, wenn meine rattenerfahrene Stammtierärztin Urlaub hat. Es fiel mir nicht leicht den Klaus bei einer fremden Tierärztin zu lassen, doch Glück gehabt. Jedenfalls haben wir mit Nani Torte gegessen, natürlich gekauft statt selbst gezaubert. Immerhin war am Wochenende Umzug angesagt und da hat man andere Sorgen. Dazu später. – Wir gingen zur Anne, unserer Piercerin, die Anfang Mai Jubiläum feiert. Vier Jahre Royal Piercing. Also haben wir auf den Laden und mich angestoßen mit gutem Rotkäppchen-Sekt; Anne selbstverständlich nur symbolisch. Fremde Kunden die das erste Mal den Laden besuchten staunten nicht schlecht über die familiäre und gütige Atmospähre. Nächstes Jahr gerne wieder. Fünf Jahre Royal Piercing und Zweiundzwanzig Jahre Erbenstum. Na, wenn das nicht nach einer ordentlichen Feier schreit. Die nächste Station war ein Klamotten-Laden. Seit dem ich ein paar Kilogramm zugenommen habe, passen mir meine Hosen nicht mehr. Also war das der “perfekte“ Tag zum einkaufen. Ich bin zwar weiblichen Geschlechts, aber es gibt für mich leider nichts Schlimmeres als Klamotten einzukaufen. Dieses Umgeziehe und Geschwitze ist einfach abartig. Umkleidekabine. Ich will meiner Mutter die vor der Tür steht zwei Hosen reichen. Ich bin untenrum bis auf eine Unterhose nackig. Und was passiert einer Sozial-Phobikerin just in diesem Moment? Richtig. Genau dann wenn ich da bin und ein kleiner Schlitz den Blick in meine Kabine lenkt, steht da ein junges Ding und gafft mich von oben bis unten an. Statt wegzusehen hat sie ganz auffällig gestiert und wollte einfach nicht wegschauen, geschweige denn weggehen. Ich wäre fast im Boden versunken, zumal Nani nicht mal reagierte, da sie durch die Lautstärke der schlimmen Musik im Laden meine Stimme nicht vernahm. Ja, in Gedanken habe ich geschrien. Wäre ja alles halb so wild, würde ich mich in meinem Körper wohl fühlen. Aber zur Erinnerung… ich war im Laden um neue Hosen zu kaufen weil mir meine alten nicht mehr passen. Also schnell bezahlen und raus hier! Draußen musste ich mich erstmal hinsetzen, Panikattacke. Danke, 5ter Mai. Henrik wa auch total geschafft und kraftlos. Ihm gings scheiße, mir gings scheiße. Nani dachte Henrik gehts scheiße wegen ihr. Und als wir darüber redeten fingen plötzlich alle an zu weinen. Ja, dann weinen wir einfach alle mal…
Überstanden. Endlich zu Hause, im neuen zu Hause. Eva kam noch vorbei. Nachdem Nani ging, kam kurze Zeit später auch Andrè. Und, oh Wunder-Welt, Danny rief an. Ja, richtig! Danny rief an und fragte ob er vorbei kommen könne. Ja! Ich hatte erst ziemlich Bammel, da ich ihn so lange nicht sah und ich mich schämte, weil ich mich nicht gerade bemüht hatte den Kontakt zu ihm, trotz Entfernung, zu halten. Er hat sich etwas verändert, aber ist immer noch Danny geblieben. Ein seltsames Gefühl. Hoffentlich sehe ich die Borkener wieder öfter.
Wie war denn jetzt eigentlich der Umzug? – Scheiße. Mit Verlaub. Es kostete mich viel Kraft und Nerven. Zu allem Überfluss bekam ich natürlich ausgerechnet an diesem Wochenende meine Periode… ich leide unter sehr starken Menstruationsbeschwerden, weshalb ich unter Dauermedikamenten stand diese Tage. Blöd nur, dass diese nicht mal halfen. Ich war also ein ziemliches Wrack. Umgezogen bin ich trotzdem, dank meiner Familie, meinen Freunden und natürlich meinem Wunder-Henrik. – Meine Familie ist schwierig und es war umso schwieriger alle unter einen Hut zu bekommen… so viele Tage lang. Ich lebe noch, schön. Der Rest lebt auch noch, ebenfalls schön, nicht?
Nachher kommt die nächste Hürde. Alleine vom neuen Standort aus zur Psychologin fahren. Frau Dr. K. ich eile, ich eile!
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